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Gender in der Schule
Schulen sind in den letzten Jahren zu einem wichtigen Weg geworden, über den Schüler mit Auffassungen über Gender, Identität und Transition in Berührung kommen. Vieles, was Schulen unter dem Stichwort "Inklusion" anbieten, geht über reines Informieren hinaus: es enthält normative Aussagen über biologisches Geschlecht und Geschlechtsidentität, die wissenschaftlich und gesellschaftlich umstritten sind. Das berührt unmittelbar die Verantwortung der Eltern und die Neutralität, die das Bildungswesen wahren sollte.
Was wird Schülern angeboten?
Neben regulärem Unterricht zu Sexualität und Staatsbürgerkunde werden an immer mehr Schulen Materialien von Interessenorganisationen wie COC Nederland und verwandten Vereinen eingesetzt. In diesem Lehrstoff wird häufig dargestellt, dass jeder eine "innere Geschlechtsidentität" hat, dass das Geschlecht bei der Geburt "zugewiesen" wird und dass es ein Spektrum von Genders gibt. Das sind theoretische Positionen, keine feststehenden Tatsachen. Das Geschlecht wird bei der Geburt beobachtet, nicht zugewiesen. Geschlechtsidentität ist ein Konzept, das auf Selbstauskunft beruht und nicht objektiv messbar ist.
Ein erheblicher Teil der Eltern ist sich nicht bewusst, dass ihr Kind diese Art von Unterricht erhält und in welcher Form. Es besteht keine gesetzliche Pflicht, Eltern vorab über die Inhalte zu informieren, während die Botschaft für Jugendliche im identitätsbildenden Alter weitreichende Folgen haben kann.
Der Affirmation-zuerst-Ansatz
Wenn ein Schüler in der Schule angibt, sich dem anderen Geschlecht zugehörig zu fühlen, entscheiden sich Schulen immer häufiger für sofortige Bestätigung: neuer Name, neue Pronomen, Nutzung der Toiletten des anderen Geschlechts. Dieser affirmative Weg wird als sachlich und sicher dargestellt, ist es aber nicht. Forschung — unter anderem zusammengefasst in der britischen Cass Review (2024) — zeigt, dass soziale Transition in der Schule kein harmloser Zwischenschritt ist, sondern die Identifikation verfestigen und die Wahrscheinlichkeit einer späteren medizinischen Transition nachweislich erhöhen kann.
Im Vereinigten Königreich haben der NHS und das Bildungsministerium ihre Politik entsprechend angepasst: Schulen wird geraten, sich nicht ohne Einbindung der Eltern auf eine soziale Transition einzulassen und keine vollendeten Tatsachen zu schaffen. In den Niederlanden fehlt eine solche Leitlinie noch. Schulen handeln häufig auf Grundlage von Ratschlägen aktivistischer Organisationen und nicht auf Grundlage klinischer Evidenz.
Elterliche Zustimmung
An mehreren Schulen kam es vor, dass eine soziale Transition unterstützt wurde, ohne dass die Eltern informiert waren, oder sogar auf ausdrücklichen Wunsch des Schülers ohne Wissen der Eltern. Das berührt die elterliche Sorge und das Recht auf ein vertrauliches Familienverhältnis. Soziale Transition ist ein einschneidender Schritt mit psychologischen und möglicherweise langfristigen medizinischen Folgen; sie ist nicht vergleichbar mit einem neuen Spitznamen oder einer anderen Frisur. Entscheidungen darüber gehören zu den Eltern, in Abstimmung mit ausgebildeten Klinikern — nicht zu Schulpersonal, das auf Grundlage eines Lehrblatts handelt.
Mobbing und Sicherheit
Jeder Schüler verdient ein sicheres Schulumfeld, und das gilt erst recht für Schüler, die von Gruppennormen abweichen. Eine sichere Schule erfordert klare Verhaltensregeln und gute Aufsicht, keine identitätspolitischen Programme. Das Vermischen von Sicherheitspolitik mit aktivistischem Lehrstoff macht die Debatte über Mobbing ungewollt kontrovers und kann Eltern und Schulen gegeneinander aufbringen.
Bildung und wissenschaftliche Nuance
Guter Unterricht stellt umstrittene Themen als umstritten dar. Schüler sollten statt eines einzigen Narrativs die sachliche Lage kennenlernen: dass es zwei biologische Geschlechter gibt, dass die Mehrheit der Kinder mit Geschlechtsdysphorie diese ohne Eingriff überwächst (siehe Desistance), dass die Evidenzbasis der Jugend-Transition schwach ist und dass mehrere europäische Länder ihr Versorgungsmodell verschärft haben. Ohne diese Nuance ist von Bildung keine Rede, sondern von Indoktrination.