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Krebsrisiko bei Hormontherapie
Die niederländische Kohortenstudie von De Blok und Kollegen (2019, BMJ) untersuchte die Brustkrebs-Inzidenz bei über zweitausend Transfrauen unter feminisierender Hormontherapie.
Brustkrebs bei Transfrauen
Die niederländische Kohortenstudie von De Blok und Kollegen (2019, BMJ) untersuchte die Brustkrebs-Inzidenz bei über zweitausend Transfrauen unter feminisierender Hormontherapie. Die Inzidenz war höher als bei cis Männern, aber niedriger als bei cis Frauen. Es handelte sich überwiegend um hormonrezeptor-positive Tumoren.
Brustkrebs bei Transmännern
Bei Transmännern ohne Mastektomie bleibt das Brustkrebsrisiko bestehen, solange Brustgewebe vorhanden ist. Bei Transmännern, die eine Mastektomie durchlaufen, bleibt ein Restrisiko (geringer), vergleichbar mit dem nach einer prophylaktischen Mastektomie.
Weitere Krebsarten
Für weitere Krebsarten (Prostata, Gebärmutterhalskrebs bei erhaltener Zervix, Eierstöcke) ist mehr Forschung erforderlich. Internationale Leitlinien empfehlen, die Krebsüberwachung an die vorhandenen Organe und das Hormonprofil anzupassen.
Quellen
de Blok, C.J.M., Wiepjes, C.M., Nota, N.M., et al. (2019). Breast cancer risk in transgender people receiving hormone treatment: nationwide cohort study in the Netherlands. BMJ, 365, l1652. doi:10.1136/bmj.l1652
Coleman, E., Radix, A.E., Bouman, W.P., et al. (2022). Standards of Care for the Health of Transgender and Gender Diverse People, Version 8. International Journal of Transgender Health, 23(sup1), S1–S259. doi:10.1080/26895269.2022.2100644
Hembree, W.C., Cohen-Kettenis, P.T., Gooren, L., et al. (2017). Endocrine Treatment of Gender-Dysphoric/Gender-Incongruent Persons. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 102(11), 3869–3903. doi:10.1210/jc.2017-01658