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Progesteron bei der Transition

Progesteron ist ein natürliches weibliches Hormon, das in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus und während der Schwangerschaft von den Eierstöcken und der Plazenta gebildet wird.

Hintergrund

Progesteron ist ein natürliches weibliches Hormon, das in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus und während der Schwangerschaft von den Eierstöcken und der Plazenta gebildet wird. In der Transgenderversorgung wird es gelegentlich zur feminisierenden Hormontherapie ergänzt.

Wirkungsbehauptungen und Evidenz

Vorgeschlagen werden Effekte auf Brustentwicklung, Libido, Stimmung und Schlaf. Die Endocrine-Society-Leitlinie (2017) und die WPATH Standards of Care Version 8 (2022) weisen darauf hin, dass die wissenschaftliche Fundierung dieser Effekte begrenzt und nicht eindeutig ist. Die Verschreibung erfolgt teils auf Basis von Patientenerfahrungen.

Risiken und Hinweise

Progesteron kann Müdigkeit, Stimmungsbeschwerden und ein erhöhtes Thromboserisiko verursachen. Bei einer Ergänzung zu Östrogen ist die Abstimmung mit dem verschreibenden Arzt zu Indikation und Überwachung wichtig.

Quellen

Hembree, W.C., Cohen-Kettenis, P.T., Gooren, L., et al. (2017). Endocrine Treatment of Gender-Dysphoric/Gender-Incongruent Persons. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 102(11), 3869–3903. doi:10.1210/jc.2017-01658

Coleman, E., Radix, A.E., Bouman, W.P., et al. (2022). Standards of Care for the Health of Transgender and Gender Diverse People, Version 8. International Journal of Transgender Health, 23(sup1), S1–S259. doi:10.1080/26895269.2022.2100644