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TikTok und Geschlechtsdysphorie
Seit etwa 2018 melden Klinikerinnen und Kliniker weltweit eine starke Zunahme jugendlicher – vor allem Mädchen –, die sich mit Geschlechtsdysphorie vorstellen und dabei auf TikTok-Inhalte als Quelle der Selbsterkennung verweisen.
Was geschieht
Seit etwa 2018 melden Klinikerinnen und Kliniker weltweit eine starke Zunahme jugendlicher – vor allem Mädchen –, die sich mit Geschlechtsdysphorie vorstellen und dabei auf TikTok-Inhalte als Quelle der Selbsterkennung verweisen. Der Algorithmus von TikTok bedient Nutzerinnen und Nutzer mit auf Interessen abgestimmten Videos, wodurch Gender-Kanäle rasch einen zentralen Platz im Feed einer Person einnehmen können.
Forschung
Die Cass Review nennt soziale Medien ausdrücklich als Faktor in der veränderten Patientenpopulation. Studien zu Peer-Einfluss und Social Contagion bei der Identitätsbildung Jugendlicher liefern indirekte Stütze für eine Rolle von Plattformen wie TikTok.
Klinische Implikationen
Internationale Empfehlungen verweisen auf die Bedeutung einer entwicklungspsychologischen Perspektive: sich Zeit nehmen, den sozialen Kontext untersuchen und nicht automatisch zu medizinischen Interventionen übergehen, wenn in der Adoleszenz ein neuer Genderwunsch geäußert wird.
Quellen
Cass, H. (2024). Independent Review of Gender Identity Services for Children and Young People: Final Report. cass.independent-review.uk
Littman, L. (2018, korrigiert 2019). Parent reports of adolescents and young adults perceived to show signs of a rapid onset of gender dysphoria. PLOS ONE, 14(3), e0214157. doi:10.1371/journal.pone.0214157