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Watchful Waiting bei Geschlechtsdysphorie
Watchful Waiting ist ein klinischer Ansatz, bei dem Kinder mit Geschlechtsdysphorie ohne frühe medizinische oder soziale Intervention beobachtet werden, um zu sehen, wie sich die Dysphorie um die Pubertät herum entwickelt.
Hintergrund
Watchful Waiting ist ein klinischer Ansatz, bei dem Kinder mit Geschlechtsdysphorie ohne frühe medizinische oder soziale Intervention beobachtet werden, um zu sehen, wie sich die Dysphorie um die Pubertät herum entwickelt. Er basiert auf Beobachtungen (Steensma 2013 und früheren Studien), dass bei einem beträchtlichen Teil junger Kinder mit Geschlechtsdysphorie die Dysphorie vor oder in der Adoleszenz verschwindet.
Diskussion
Befürworter des gender-affirmativen Modells kritisieren Watchful Waiting, weil es einer Verleugnung der Gefühle des Kindes gleichkomme. Befürworter eines vorsichtigeren Ansatzes – darunter die Cass Review – plädieren für eine explorative, weder affirmierende noch unterdrückende Haltung, in der man sich die Zeit nimmt, mögliche Komorbiditäten und soziale Faktoren zu erfassen.
Stellung in der Politik
Seit den skandinavischen und britischen Politikänderungen erhält Watchful Waiting (oder vergleichbare 'explorative' Ansätze) einen größeren Platz in der Jugend-Genderversorgung, insbesondere vor der Pubertät.
Quellen
Steensma, T.D., McGuire, J.K., Kreukels, B.P.C., et al. (2013). Factors Associated With Desistence and Persistence of Childhood Gender Dysphoria. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 52(6), 582–590. doi:10.1016/j.jaac.2013.03.016
Cass, H. (2024). Independent Review of Gender Identity Services for Children and Young People: Final Report. cass.independent-review.uk
PALKO/COHERE Finland (2020). Recommendation of the Council for Choices in Health Care in Finland: Medical treatments for dysphoria associated with variations in gender identity in minors. English translation (SEGM)