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Ist Transgenderismus eine Form gesellschaftlicher Gehirnwäsche?
Von Edward Jansen
Stell dir vor: Du bist vierzehn, du fühlst dich anders als alle anderen, und du weißt nicht genau, was das bedeutet. Früher hörtest du vielleicht: „Du bist einfach sensibel." Heute bekommst du eine andere Geschichte. Eine mit Wörtern wie Geschlechtsdysphorie und nicht-binär. Wörter, die es früher kaum gab und die jetzt überall sind.
Ich bestreite nicht, dass Trans-Identität existiert. Was mich beschäftigt, ist etwas anderes: Was macht diese Sprache mit Menschen, die einfach verwirrt sind?
Beginnen wir beim Homosexuellen, der sich schämt
Jemand, der homosexuelle Gefühle hat, sie aber als etwas Verbotenes erlebt – durch Glaube, Erziehung oder sozialen Druck – gerät in Scham gefangen. Diese Scham frisst. Sie treibt Menschen zur Selbstverachtung, manchmal weiter. Dieses Muster kennen wir. Die Lösung, die wir gefunden haben, besteht nicht darin, die Person zu verändern, sondern das Stigma zu beseitigen.
Aber nun dies: Ein Kind, das sich anders fühlt – sensibler, weicher, nicht in die erwartete Rolle passend – wächst in einer Umgebung auf, die sagt: Wenn du dich anders fühlst, sitzt du vielleicht im falschen Körper. Ist das Befreiung? Oder ist das ein anderer Zwang?
Wörter schaffen Wirklichkeiten
Vor zwanzig Jahren existierte die heutige Bedeutung von „transgender" in der Alltagssprache kaum. Menschen mit Geschlechtsverwirrung suchten andere Wörter, andere Wege. Manche fanden Frieden. Andere litten – aber durch äußere Ablehnung, nicht durch die Gefühle selbst.
Heute gibt es ein fertiges Rahmenwerk. Für viele ist das eine Erleuchtung. Aber für andere funktioniert das Rahmenwerk wie ein Trichter. Wenn die erste Antwort auf Verwirrung immer lautet: Du bist wahrscheinlich trans, verschwinden alle anderen Erklärungen aus dem Blickfeld. Und damit auch die anderen Auswege.
Scham umgekehrt
Die implizite Botschaft in bestimmten Kreisen lautet: „Wenn du das fühlst, es aber nicht anerkennst, verrätst du dich selbst." Dieser Mechanismus ist strukturell identisch mit dem, was Homosexuellen früher widerfuhr. Nur steht die Richtung jetzt umgekehrt.
Früher: Du bist schwul, aber du darfst es nicht sein – Scham – Selbstzerstörung.
Jetzt, in manchen Fällen: Du bist verwirrt, aber du musst trans sein – Scham über Zweifel – voreilige Entscheidungen mit irreversiblen Folgen.
Das ist keine Theorie. Aus Ländern, in denen die Behandlungszahlen stark gestiegen sind, kommen die Berichte junger Menschen, die Jahre später eine Transition bereuen, die zu schnell ging.
Einen Irokesenschnitt darf man ablehnen. Einen Mann in Frauenkleidern nicht.
Es gibt noch etwas Schiefes in dieser Debatte, das wenige offen sagen. Jemanden mit einem Irokesenschnitt kann man auslachen oder für eine Stelle ablehnen. Einen Mann in Frauenkleidern nicht – er ist gesetzlich geschützt. Dabei sind beide Ausdrucksformen von Identität. Das Gesetz hat entschieden, welche Identität Schutz verdient und welche nicht. Diese Wahl ist nicht neutral.
Die Antwort liegt darin, wie das Wort Konversionstherapie ausgedehnt wurde. Einst bezog es sich strikt auf Versuche, Homosexualität wegzubehandeln – zu Recht verboten. Nun wurde das Konzept auf die Geschlechtsidentität ausgeweitet. Aber nicht auf musikalische Identität. Nicht auf religiöse Identität. Nur auf Gender. Diese Wahl hat weitreichende Folgen für Therapeuten, Eltern und Fachleute, die Zweifel begleiten, ohne sofort in Richtung Transition zu steuern.
Was bleibt, ist eine Art Kult der geschützten Tierart: eine Identitätskategorie, die so schwer mit Recht und Tabu umzäunt ist, dass selbst die vorsichtigste kritische Frage bereits als Angriff gilt. Das Konversionsgesetz ist das jüngste Beispiel dafür. Gut gemeint, aber in der Praxis ein Gesetz, das Zweifel kriminalisiert und Fachleute mundtot macht.
Das ist kein Angriff auf Trans-Menschen
Menschen, die nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss kommen, dass Transition der richtige Weg für sie ist, haben jedes Recht dazu. Das steht hier nicht zur Debatte.
Was ich anspreche, ist das System darum herum. Die Geschwindigkeit, die Sprache, der Druck. Die Art und Weise, wie Zweifel von etwas, das zum Prozess gehört, zu etwas, das korrigiert werden muss, umgewandelt wurde.
Im Namen der Befreiung bauen wir einen neuen Käfig. Wer zweifelt, darf nicht zweifeln. Wer wartet, wird gedrängt. Wer begleitet, ohne zu steuern, riskiert seine Zulassung. Das ist kein Fortschritt. Das ist schlicht eine andere Form von Zwang, mit einem freundlicheren Gesicht.