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Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei der Transition
Die Kohortenstudie von Getahun und Kollegen (2018, Annals of Internal Medicine) fand bei Transfrauen unter Östrogen ein erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien und ischämische Schlaganfälle.
Befunde Getahun 2018
Die Kohortenstudie von Getahun und Kollegen (2018, Annals of Internal Medicine) fand bei Transfrauen unter Östrogen ein erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien und ischämische Schlaganfälle. Bei Transmännern unter Testosteron wurde in derselben Studie kein eindeutig erhöhtes kardiovaskuläres Risiko gefunden, allerdings war das Follow-up vergleichsweise kurz.
Niederländische Kohortendaten
Die Amsterdamer Kohortenstudie (Wiepjes et al. 2018) verfolgt seit 1972 eine große Gruppe von Transgender-Personen und liefert Langzeitdaten zu kardiovaskulären und metabolischen Ergebnissen. Die Resultate stützen eine regelmäßige kardiovaskuläre Risikoabschätzung bei langjähriger Hormonbehandlung.
Empfehlungen
Internationale Leitlinien empfehlen, Risikofaktoren aktiv zu kontrollieren (Blutdruck, Lipide, Glukose, Rauchverhalten, Gewicht) und bei erhöhtem Risiko die Verabreichungsform des Östrogens anzupassen – etwa durch Umstellung von oraler auf transdermale Applikation.
Quellen
Getahun, D., Nash, R., Flanders, W.D., et al. (2018). Cross-sex Hormones and Acute Cardiovascular Events in Transgender Persons. Annals of Internal Medicine, 169(4), 205–213. doi:10.7326/M17-2785
Wiepjes, C.M., Nota, N.M., de Blok, C.J.M., et al. (2018). The Amsterdam Cohort of Gender Dysphoria Study (1972–2015). Journal of Sexual Medicine, 15(4), 582–590. doi:10.1016/j.jsxm.2018.01.016
Hembree, W.C., Cohen-Kettenis, P.T., Gooren, L., et al. (2017). Endocrine Treatment of Gender-Dysphoric/Gender-Incongruent Persons. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 102(11), 3869–3903. doi:10.1210/jc.2017-01658