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Genderflux

'Genderflux' ist ein non-binäres Label für Menschen, bei denen die Intensität des Gendergefühls schwankt — nicht so sehr die Richtung oder die Art davon. Jemand mit Genderflux kann sich im einen Moment stark als 'Mädchen' fühlen und im anderen kaum. Der Begriff kursiert seit etwa 2014 in online non-binären Communitys.

Was ist damit gemeint?

Anders als bei Genderfluid verschiebt sich bei Genderflux nicht die Genderkategorie selbst, sondern das Maß, in dem das Gendergefühl vorhanden ist. Oft wird es als 'schwankend zwischen agender und einer Genderkategorie' beschrieben: mal agender, mal ein starkes Gefühl von 'Mann' oder 'Frau', mit allen Zwischenformen.

Unterscheidung und Überlappung

Genderflux und Genderfluid werden in der Praxis oft austauschbar verwendet; der Unterschied liegt in der Dimension, in der die Veränderung auftritt (Intensität versus Richtung). Boyflux und Girlflux sind spezifische Varianten: Die Intensität schwankt innerhalb der jeweils männlichen oder weiblichen Genderkategorie.

Gesellschaftlicher und praktischer Kontext

Genderflux spielt außerhalb von Online-Communitys keine Rolle und kommt auf formellen Dokumenten nicht vor. Pronomen variieren.

Kritische Perspektiven

Die Frage, ob 'Intensität des Gendergefühls' ein festes Konzept ist, das sinnvoll losgelöst von Richtung gemessen werden kann, bleibt unbeantwortet. Das Label fungiert vor allem als soziales Markierungssignal innerhalb spezifischer Online-Gruppen. Gleichzeitig benennt es etwas, was viele Menschen erkennen: Das Maß, in dem Gender im Vordergrund steht, variiert je nach Tag, Situation und Lebensphase — eine Beobachtung, die auch ohne Label passt.

Quellen

  • Diamond, L.M. (2020). "Gender fluidity and nonbinary gender identities among children and adolescents." Child Development Perspectives, 14(2). DOI
  • Richards, C. et al. (2016). "Non-binary or genderqueer genders." International Review of Psychiatry, 28(1). DOI
  • Tumblr-Archive (2014): frühe Definitionen von 'Genderflux' und 'Boyflux/Girlflux'.