Maverique
'Maverique' ist ein non-binäres Identitätslabel für Menschen, die ein ausgeprägtes Gendergefühl erleben, das aber nicht in den Rahmen männlich/weiblich oder in eine Mischform daraus passt. Der Begriff wurde 2014 von der amerikanischen YouTuberin Vesper H. geprägt und kursiert seitdem in online non-binären Kreisen.
Was ist damit gemeint?
Der Akzent bei Maverique liegt auf der Anwesenheit eines Gendergefühls, das 'autonom' ist — anders als bei agender (abwesend) oder bei androgyn (Mischform). Die Wortwahl (von 'maverick', eigensinnig) unterstreicht das. Das Erleben ist laut Befürwortern nicht über männlich/weiblich-Kategorien zu beschreiben, auch nicht als Abweichung davon.
Unterscheidung und Überlappung
Maverique überlappt mit aporagender: Beide Labels wollen eine 'dritte Genderfläche' losgelöst vom Mann/Frau-Spektrum ausdrücken. Der Unterschied liegt vor allem in den Communitys, in denen die Begriffe entstanden, und in Nuancen rund um Intensität und Präsentation.
Gesellschaftlicher und praktischer Kontext
Maverique spielt außerhalb spezifischer Online- und aktivistischer Nischen keine Rolle. Auf formellen Dokumenten kommt es nicht vor. Pronomen variieren stark.
Kritische Perspektiven
Die Behauptung, es gebe ein Gender 'losgelöst vom Mann/Frau-Spektrum', ist weder empirisch noch klinisch belegt. Kritiker weisen darauf hin, dass solche Mikro-Labels primär innerhalb spezifischer Online-Subkulturen als Gruppenmarkierung funktionieren, nicht als Entdeckung einer zugrunde liegenden Realität. Das macht das persönliche Erleben nicht weniger real, relativiert aber die Behauptung, es sei eine eigenständige Kategorie innerhalb 'des Genderspektrums'.
Quellen
- Vesper H. (2014). "Coining 'Maverique'" — YouTube/Tumblr-Veröffentlichung, ursprüngliche Quelle.
- Richards, C. et al. (2016). "Non-binary or genderqueer genders." International Review of Psychiatry, 28(1). DOI
- Vincent, B. (2020). Non-Binary Genders. Policy Press.