Genderinfo.nl

HomeBegriffe › AFAB

AFAB

'AFAB' ist eine Abkürzung des englischsprachigen 'Assigned Female at Birth' — bei der Geburt als Mädchen registriert. Der Begriff stammt aus dem amerikanischen aktivistischen Sprachgebrauch und wird vor allem verwendet, um über eine Person zu sprechen, ohne das aktuell gelebte Gender mit dem Geburtsgeschlecht zu verwechseln.

Was ist damit gemeint?

AFAB verweist darauf, dass jemand bei der Geburt als Mädchen gesehen und registriert wurde. In praktisch allen Fällen fällt das mit dem biologisch weiblichen Geschlecht zusammen (XX-Chromosomen, Eierstöcke, weibliche Geschlechtsanatomie). Der Begriff wird vor allem in Trans- und non-binären Kontexten verwendet, wo das gelebte Gender vom Geburtsregister abweichen kann.

Unterscheidung und Überlappung

Das Gegenstück ist AMAB (Assigned Male at Birth). Eine AFAB-Person kann sich jetzt als Frau, transmaskulin, non-binär oder anders identifizieren — das Label besagt etwas über die Vergangenheit, nicht über die Gegenwart.

Gesellschaftlicher und praktischer Kontext

AFAB-Personen haben in der Versorgung mit frauenspezifischen Fragen zu tun, die nicht durch Identität verschwinden: Menstruation, Verhütung, Gebärmutterhalskrebs-Screening, Schwangerschaft und Menopause. Bei medizinischer Transition (wie Testosteron und Mastektomie) bleiben diese Dinge relevant.

Kritische Perspektiven

Der Begriff 'assigned' ist ideologisch geladen: Er suggeriert, dass das Geburtsgeschlecht eine soziale Zuweisung statt einer biologischen Beobachtung sei. Kritiker, darunter viele Frauen, die die Bedeutung geschlechtsspezifischer Versorgung und Rechte betonen, bevorzugen 'weiblich' oder 'Mädchen', wenn Biologie gemeint ist. Das Label 'AFAB' wird manchmal auch auf eine Weise verwendet, die die Spezifität des Frauseins — etwa in der Diskussion über sexuelle Gewalt oder Schwangerschaft — verschleiert.

Quellen

  • Aultman, B. (2014). "Cisgender." TSQ: Transgender Studies Quarterly, 1(1-2). DOI
  • Wright, C.M., Hilton, E. (2024). "The dangerous denial of sex." Wall Street Journal / The New Atlantis.
  • Stock, Kathleen (2021). Material Girls. Fleet.
  • Sax, L. (2002). "How common is intersex?" Journal of Sex Research, 39(3). DOI