World Athletics

World Athletics ist der internationale Leichtathletikverband, der bis 2019 als IAAF bekannt war.
Die Richtlinie
Der Council von World Athletics beschloss im März 2023, dass trans Frauen, die eine männliche Pubertät durchlaufen haben, ab dem 31. März 2023 nicht mehr an Wettbewerben der Weltrangliste in der Frauenkategorie teilnehmen dürfen. Ein früherer Vorschlag mit einem Testosteron-Grenzwert erhielt nach Angaben des Verbands wenig Unterstützung. Seit dem 1. September 2025 müssen Athletinnen, die in der Frauenkategorie an Wettbewerben der Weltrangliste teilnehmen wollen, einmalig einen Test auf das SRY-Gen machen.
Was dort zu finden ist
Die Website enthält Regelwerke, Pressemitteilungen, Ergebnisse und Ranglisten; auch die Pressemitteilung zum Beschluss von 2023 ist dort zu finden. Die Richtlinie, die auch Athletinnen mit Variationen der Geschlechtsentwicklung betrifft, ist umstritten: Der Verband beruft sich auf einen fairen Wettbewerb, Kritiker sprechen von Ausgrenzung. Siehe Gesellschaft und internationale Entwicklungen.
Der Beschluss von 2023 im Detail
Der Vorschlag, den der Verband zunächst den Mitgliedern und anderen Beteiligten vorlegte, sah vor, dass trans Frauen teilnehmen durften, wenn ihr Testosteronwert 24 Monate lang unter 2,5 Nanomol pro Liter blieb. Als dieser Vorschlag wenig Unterstützung erhielt, entschied sich der Council für einen Ausschluss. Gleichzeitig setzte der Council eine Arbeitsgruppe für zwölf Monate ein, mit einem unabhängigen Vorsitz, Mitgliedern des Councils, Vertretern der Athletenkommission, einer trans Athletin und Vertretern nationaler Verbände. In derselben Sitzung verschärfte der Verband die Regeln für Athletinnen mit Variationen der Geschlechtsentwicklung. Sie müssen ihren Testosteronwert mindestens 24 Monate lang unter 2,5 Nanomol pro Liter halten; dies gilt seitdem für alle Disziplinen statt nur für Distanzen von 400 Metern bis zu einer Meile. Für Athletinnen, die bereits in anderen Disziplinen antraten, galt eine Übergangsregelung von sechs Monaten. Präsident Sebastian Coe sagte, Entscheidungen bei kollidierenden Rechten seien schwierig, doch die Fairness gegenüber weiblichen Athletinnen habe für den Verband Vorrang.
Der SRY-Test
Der Verband gab die neuen Regeln am 30. Juli 2025 bekannt. Der Test weist das SRY-Gen nach, das der Verband als zuverlässigen Hinweis auf das biologische Geschlecht bezeichnet. Die Athletin kann selbst zwischen einem Wangenabstrich und einem Bluttest wählen. Die nationalen Verbände organisieren die Probenentnahme. Die Regeln galten unmittelbar für die Weltmeisterschaften in Tokio, die am 13. September 2025 begannen. Sie führen die bisherigen Regelungen für trans Athletinnen und für Athletinnen mit Variationen der Geschlechtsentwicklung zusammen, mit einer Übergangsregelung für einen Teil der letztgenannten Gruppe. Das Internationale Olympische Komitee entschied sich später für denselben Test; siehe IOC stellt Frauenkategorie im Spitzensport wieder her.
Wie Sie diese Quelle nutzen und einordnen
Die Pressemitteilungen nennen die Regeln und die Begründung des Verbands. Eine britische Kampagnengruppe, die sich für solche Regeln einsetzt, ist Fair Play For Women. Zur Kritik daran und zu den Regeln anderer Verbände, etwa von World Aquatics, siehe Geschlecht und Sport.