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World Aquatics

World Aquatics ist der internationale Verband für Schwimmen, Wasserball, Wasserspringen, Artistic Swimming, Freiwasserschwimmen und High Diving. Bis zur Namensänderung um den Jahreswechsel 2022/2023 hieß der Verband FINA.

Die Richtlinie

Am 19. Juni 2022 stimmten die angeschlossenen Verbände auf einem außerordentlichen Kongress in Budapest mit 71,5 Prozent für eine neue Richtlinie zur Geschlechterinklusion, die einen Tag später in Kraft trat. Trans Frauen dürfen nur dann in der Frauenkategorie antreten, wenn sie keine männliche Pubertät durchlaufen haben. Der Verband kündigte außerdem eine Arbeitsgruppe für eine offene Kategorie an.

Was dort zu finden ist

Die Website bietet Wettkampfkalender, Ergebnisse, Regelwerke und Nachrichten; auch die Pressemitteilung zur Richtlinie ist dort noch zu finden. Die Entscheidung ist umstritten: Befürworter verweisen auf einen fairen Wettbewerb, Gegner auf den Ausschluss von trans Sportlern. Siehe Gesellschaft und internationale Entwicklungen.

Wie die Richtlinie zustande kam

Der Pressemitteilung zufolge setzte der Verband im November 2021 drei Gruppen von Experten ein: eine Gruppe von Sportlern, eine Gruppe für Wissenschaft und Medizin sowie eine Gruppe für Recht und Menschenrechte. Ihre Arbeit bildete die Grundlage für den Vorschlag, über den der Kongress in Budapest abstimmte. Präsident Husain Al-Musallam sagte bei der Vorstellung, der Verband müsse das Recht der Sportler auf Teilnahme schützen, aber auch die Fairness der Wettbewerbe, insbesondere in der Frauenkategorie. Die Arbeitsgruppe für eine offene Kategorie erhielt sechs Monate Zeit, um einen Plan auszuarbeiten.

Die offene Kategorie und der Fall Lia Thomas

Die offene Kategorie sollte erstmals beim Weltcup-Wettkampf in Berlin im Oktober 2023 ausgetragen werden, mit Rennen über 50 und 100 Meter in allen Schwimmarten. Es gab keine einzige Anmeldung, woraufhin der Verband die Rennen strich. Nach Angaben des Verbands bestand auf Spitzenniveau zu diesem Zeitpunkt keine Nachfrage danach. Die Arbeitsgruppe sollte prüfen, ob solche Rennen bei Masters-Wettkämpfen möglich sind. Die US-amerikanische Schwimmerin Lia Thomas focht die Richtlinie beim Internationalen Sportgerichtshof in der Schweiz an und bezeichnete die Regeln als ungültig, rechtswidrig und diskriminierend. Im Juni 2024 wies das Gericht ihren Antrag ab. Die drei Schiedsrichter befanden, dass sie nicht befugt war, das Verfahren einzuleiten. Die Schwimmerin Riley Gaines, die 2022 gegen Thomas antrat, schrieb darüber das Buch Swimming Against the Current.

Wie Sie diese Quelle nutzen und einordnen

Die Website ist die Primärquelle für die Regeln selbst und für die offizielle Erläuterung des Verbands. Eine Pressemitteilung gibt die Position des Verbands wieder, nicht die der davon betroffenen Sportler. Das Internationale Olympische Komitee folgte später mit einer eigenen Richtlinie; siehe IOC stellt Frauenkategorie im Spitzensport wieder her. Die wissenschaftliche Debatte über Leistungsunterschiede und die Regeln anderer Verbände, wie World Athletics, finden sich unter Geschlecht und Sport.

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