Abigail Shrier — Bad Therapy: Why the Kids Aren't Growing Up

Bad Therapy: Why the Kids Aren't Growing Up ist ein Buch der US-amerikanischen Journalistin Abigail Shrier. Es erschien am 27. Februar 2024 beim Verlag Sentinel; die britische Ausgabe wurde von Swift Press veröffentlicht. Es ist ihr zweites Buch nach Irreversible Damage aus dem Jahr 2020.
Der Hauptartikel zu diesem Thema ist Abigail Shrier.
Worum es geht
Shrier fragt sich, warum sich die psychische Gesundheit junger Menschen verschlechtert, obwohl sie mehr psychologische Aufmerksamkeit erhalten als frühere Generationen. Ihre These lautet, dass auch Behandlung Nebenwirkungen haben kann. Ihrer Ansicht nach kann Therapie bei Kindern ohne schwere psychische Störung ebenso wie die ständige Aufmerksamkeit für Gefühle in Schule und Erziehung Ängste und Abhängigkeit sogar verstärken. Dabei unterscheidet sie zwischen diesen Kindern und jenen mit einer schweren Erkrankung, die tatsächlich Behandlung benötigen.
Rezeption und Kritik
Das Buch erregte große Aufmerksamkeit und wurde von einigen Rezensenten als nützliche Warnung gelobt. Andere bemängelten, dass Shrier Forschung selektiv verwendet und sich zu stark auf Anekdoten stützt. Das Buch handelt nicht von geschlechtsangleichender Versorgung, knüpft jedoch an die umfassendere Diskussion über Jugendliche und psychologische Hilfe an, die auch in der wissenschaftlichen Debatte über Geschlecht eine Rolle spielt. Ein verwandtes Buch aus dem Jahr 2024 über die psychische Gesundheit junger Menschen ist The Anxious Generation von Jonathan Haidt.
Die Autorin
Abigail Shrier wurde 1978 im US-Bundesstaat Maryland geboren. Sie studierte Philosophie an der Columbia University und der University of Oxford sowie Jura an der Yale Law School. Von 2018 bis 2020 schrieb sie Kommentare für The Wall Street Journal. Bekannt wurde sie durch Irreversible Damage, ihr Buch über Teenagerinnen und Geschlechtsdysphorie. 2025 erhielt sie den Samizdat Prize von RealClearPolitics.
Aufbau und Quellen
Laut Verlag stützt sich das Buch auf Hunderte Gespräche mit Kinderpsychologen, Eltern, Lehrern und Jugendlichen. Ein zentraler Begriff ist Iatrogenese: Schäden, die durch die Behandlung selbst entstehen. Shrier wendet ihn auf Gesprächstherapie an, die ihrer Ansicht nach Grübeln fördern kann, sowie auf den als gentle parenting bekannten Erziehungsstil. Auch den Unterricht in sozial-emotionalen Kompetenzen an Schulen zählt sie zu den Ansätzen, die sie kritisiert. Das Buch schaffte es auf die Bestsellerliste der New York Times. Der britische Verlag Swift Press zitiert unter anderem Camilla Cavendish, die das Buch in der Financial Times als einen schonungslosen Angriff auf den Berufsstand im Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung bezeichnete, sowie Hannah Barnes, die im New Statesman schrieb, Eltern, Lehrer, Fachkräfte und politische Entscheidungsträger müssten diese Botschaft hören. Auch Stella O'Malley besprach das Buch im Sunday Independent positiv. Die britische Taschenbuchausgabe erschien am 27. Februar 2025.