Debra Soh — The End of Gender

The End of Gender: Debunking the Myths about Sex and Identity in Our Society ist ein Buch der kanadischen Sexualwissenschaftlerin und Kolumnistin Debra Soh. Es erschien am 4. August 2020 bei Threshold Editions, einem Imprint von Simon & Schuster. Soh promovierte über Sexualität und das Gehirn und verließ anschließend die Universität, um als Autorin zu arbeiten.
Worum es geht
Das Buch ist um eine Reihe von Auffassungen aufgebaut, die Soh als Mythen bezeichnet. Sie argumentiert, dass das biologische Geschlecht biologisch bestimmt ist, dass Unterschiede zwischen Männern und Frauen teilweise eine biologische Grundlage haben und dass Gender davon nicht losgelöst ist. Sie steht einer Transition in jungen Jahren kritisch gegenüber und ist der Ansicht, dass Jugendliche zunächst erwachsen werden sollten, bevor sie weitreichende Schritte unternehmen. Außerdem erklärt sie, dass Verbote von Konversionstherapie sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität zu Unrecht gleich behandeln.
Rezeption und Kritik
Das Buch fand Zustimmung bei Lesern, die die derzeitige Politik für zu weitgehend halten. Forscher und Ärzte, die mit trans Jugendlichen arbeiten, widersprachen ihrer Darstellung von Studien zu Geschlechtsdysphorie und bezeichneten ihren Ton als alarmierend. Damit ist das Buch ein Beispiel für die Spaltung in der wissenschaftlichen Debatte.
Die Autorin
Debra Soh erwarb einen Bachelorabschluss an der Ryerson University sowie einen Masterabschluss und einen Doktortitel in Psychologie an der York University. 2016 promovierte sie mit einer Arbeit zur Hirnforschung über paraphile Hypersexualität bei Männern. Anschließend schrieb sie unter anderem für Quillette, The Globe and Mail, Playboy, die Los Angeles Times und The Wall Street Journal. Ab Mai 2018 moderierte sie gemeinsam mit Jonathan Kay den Podcast Wrongspeak; 2021 begann sie mit einem eigenen Podcast. Im Februar 2026 erschien ihr zweites Buch, Sextinction: The Decline of Sex and the Future of Intimacy.
Aufbau des Buches
Das Buch umfasst 336 Seiten und behandelt neun Thesen, jeweils in einem eigenen Kapitel. Laut Soh sind es Mythen, dass das biologische Geschlecht ein Spektrum sei, dass Gender eine soziale Konstruktion sei, dass es mehr als zwei Gender gebe und dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität nichts miteinander zu tun hätten. Außerdem bestreitet sie, dass Kinder mit Geschlechtsdysphorie eine Transition durchlaufen sollten, dass es keinen Unterschied zwischen trans Frauen und Frauen gebe, die als Frauen geboren wurden, dass Frauen sich beim Sex und Dating wie Männer verhalten sollten, dass eine geschlechtsneutrale Erziehung funktioniere und dass Sexualwissenschaft und soziale Gerechtigkeit gut zusammenpassten. Die Organisation Genspect hat das Buch in ihre Leseliste aufgenommen. Eine Erklärung der verwendeten Begriffe findet sich unter Begriffe; die Diskussion über eine Transition in jungen Jahren wird unter Jugendliche erneut aufgegriffen.