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Trigender

Die Trigender-Flagge mit rosa, violetten und grünen Streifen
Bild: Nikki, CC0, via Wikimedia Commons

„Trigender“ ist ein Identitätslabel für Menschen, die sich mit drei Geschlechtern identifizieren, wobei diese je nach Situation oder Stimmung wechseln können. Das Label ist mit Bigender verwandt, wird aber um eine dritte Komponente erweitert. Seit den 2000er-Jahren ist es in Online-Kreisen nichtbinärer Menschen verbreitet.

Was ist damit gemeint?

Die drei Geschlechter, mit denen sich eine Person als „trigender“ identifiziert, können variieren: häufig sind es Mann, Frau und ein drittes Geschlecht, zum Beispiel Agender, Demiboy oder ein selbst gewähltes Label. Manche erleben die drei Geschlechter gleichzeitig, andere wechseln zwischen ihnen. Die Wahrnehmung ist subjektiv und lässt sich nicht objektiv feststellen.

Abgrenzung und Überschneidungen

Trigender liegt von der Struktur her zwischen Bigender (zwei Geschlechter) und Polygender (mehrere Geschlechter). Die Abgrenzung ist fließend: Wer „mehr als zwei, aber weniger als viele“ Geschlechter erlebt, kann sich für Trigender, Polygender oder Pangender entscheiden – der Unterschied liegt vor allem in der Selbstbeschreibung und nicht in einer zugrunde liegenden Wirklichkeit.

Gesellschaftlicher und praktischer Kontext

Trigender kommt in offiziellen Dokumenten nicht vor und spielt außerhalb von Online-Gemeinschaften keine Rolle. Als Pronomen werden meist „die/deren“ verwendet oder sie wechseln mit der jeweils erlebten Geschlechtskomponente.

Kritische Perspektiven

Ob es sinnvoll ist, „drei Geschlechter“ als Erfahrungsdimension von „zwei“ oder „fünf“ zu unterscheiden, ist fraglich. Die fein ausdifferenzierten Mikrolabels in diesem Bereich scheinen vor allem innerhalb bestimmter Online-Gruppen eine Funktion zu haben, in denen eine immer präzisere Selbstbeschreibung sozial belohnt wird. Der Überblick darüber, wie viele Geschlechter es gibt zeigt das Ergebnis. Außerhalb dieses Kontexts – bei Ärztinnen und Ärzten, am Arbeitsplatz oder in der Familie – entfernt sich dieses detaillierte Label schnell von dem, was andere nachvollziehen können oder müssen.

Quellen

  • Richards, C. et al. (2016). "Non-binary or genderqueer genders." International Review of Psychiatry, 28(1). DOI
  • Vincent, B. (2020). Non-Binary Genders: Navigating Communities, Identities, and Healthcare. Policy Press.
  • Stock, Kathleen (2021). Material Girls. Fleet.