Academics for Academic Freedom
Academics For Academic Freedom (AFAF) ist eine Ende 2006 gegründete Kampagnengruppe für Lehrende, Forschende, unterstützendes Personal und Studierende, die freie Forschung und freie Meinungsäußerung verteidigen wollen. Die Gruppe ist im Vereinigten Königreich und in Irland aktiv und somit keine weltweit tätige Organisation.
Was dort zu finden ist
Wer Mitglied werden möchte, unterzeichnet eine Erklärung zur akademischen Freiheit. Eigenen Angaben zufolge gibt es an Dutzenden Universitäten Ortsgruppen. Auf der Website finden sich unter anderem eine Liste von Rednern und Akademikern, denen der Zugang zu Institutionen verwehrt oder die unter Druck gesetzt wurden, sowie Artikel, Fallbeispiele und Verweise auf verwandte Organisationen.
Warum diese Organisation auf der Liste steht
Ein Teil der Fälle, die AFAF dokumentiert, betrifft Akademiker mit genderkritischen Auffassungen. Eine akademische Darstellung dieser Strömung findet sich bei Oxford University Press — Gender-Critical Feminism. Die Website gibt damit Einblick in die Frage, wie frei die wissenschaftliche Debatte über Gender an Universitäten geführt werden kann. AFAF ist eine Interessenvertretung und kein Forschungsinstitut.
Organisation und Finanzierung
AFAF gibt mehr als 1.800 Mitglieder und 35 Ortsgruppen an, darunter Studierendenabteilungen unter dem Namen Student Academics for Academic Freedom. Eine formale Mitgliedschaft gibt es seit 2022. Auf der Liste der Ortsgruppen steht auch eine US-amerikanische Universität, die University of Nebraska-Kearney. Die Gruppe ist beim britischen Companies House als Academics For Academic Freedom Limited eingetragen. Nach Angaben der Website stammen die Mittel aus Spenden von Mitgliedern. Im Januar 2026 erhielt AFAF außerdem einen Zuschuss des John Armitage Charitable Trust für Verwaltungskosten. Viele Artikel auf der Website wurden von Dennis Hayes verfasst.
Aktivitäten
Neben der Liste ausgeschlossener Redner, The Banned List, behandelt AFAF einzelne Fälle und bietet Mitgliedern rechtliche Unterstützung. Es gibt eine jährliche Konferenz, eine Seminarreihe und eine Rubrik namens Heroes and Zeros. AFAF beteiligt sich am International Academic Freedom Day, der 2026 am 20. Mai stattfindet. Die Themen sind breiter gefasst als Gender. Im März 2026 schrieb die Gruppe über die Definition von Muslimfeindlichkeit durch die britische Regierung, im September 2026 über die Frage, wie man eine Beschwerde wegen einer Verletzung der Meinungsfreiheit einreicht.
Wie Sie diese Quelle einordnen sollten
AFAF nennt mehr als fünfzig befreundete Organisationen, darunter FIRE, die Heterodox Academy und die Free Speech Union. The Banned List wurde von der Gruppe selbst zusammengestellt und schildert Vorfälle aus der Perspektive der betroffenen Redner. Die Sichtweise der Universität fehlt meist. Die Liste eignet sich als Ausgangspunkt, nicht als vollständige Erfassung. Ein Beispiel für eine abgesagte Debatte auf dieser Website ist die in Belfast abgesagte Debatte über Frauenrechte. Mehr über die breitere Diskussion steht unter Gesellschaft.