Jennifer Bilek — Transsexual Transgender Transhuman: Dispatches from The 11th Hour
Transsexual Transgender Transhuman: Dispatches from The 11th Hour ist ein Buch der amerikanischen Investigativjournalistin und Künstlerin Jennifer Bilek. Es erschien im Juli 2024 beim australischen feministischen Verlag Spinifex Press und umfasst 224 Seiten. Es ist eine Zusammenstellung von Artikeln, die zuvor auf ihrem Blog The 11th Hour veröffentlicht wurden.
Worum es geht
Bilek stellt einen Zusammenhang zwischen Transsexualität, Transgenderismus und Transhumanismus her – jener Strömung, die den Menschen mithilfe von Technologie verbessern will. Ihre These lautet, dass die Genderbewegung keine gewöhnliche Menschenrechtsbewegung ist, sondern von finanzkräftigen Geldgebern sowie von Unternehmen aus der Pharma- und Technologiebranche getragen wird. Ihrer Ansicht nach wird das menschliche Geschlecht dadurch zur Handelsware gemacht – zulasten von Frauen und ihren Rechten.
Rezeption und Kritik
Das Buch ist umstritten. In genderkritischen Kreisen wird Bileks Arbeit häufig zitiert, doch Kritiker bezeichnen ihre Argumentation über Geldströme als Verschwörungstheorie, die nicht durch Belege gestützt wird. Wer das Buch liest, sollte die darin enthaltenen Behauptungen mit anderen Quellen abgleichen. Es wurde als Beispiel für eine dezidierte Position innerhalb der kritischen Perspektiven auf Gender und Gesellschaft aufgenommen.
Aufbau und zentrale These
Der Sammelband enthält 27 Artikel und ist als Taschenbuch sowie als E-Book erhältlich. Der Verlag fasst die These folgendermaßen zusammen: Bilek beschreibt, wie sich die Transsexualität ihrer Ansicht nach von einem persönlichen Fetisch zu einer Industrie entwickelt hat, die das menschliche Geschlecht und insbesondere das Frausein zur Handelsware macht. Die Beiträge untersuchen die technologische und finanzielle Seite dessen, was sie als Genderideologie bezeichnet, sowie die Verbindung zu Vorstellungen von einer posthumanen Zukunft. Eine wiederkehrende Figur in ihrer Arbeit ist die Unternehmerin und Juristin Martine Rothblatt, die selbst transgender ist und sich als Transhumanistin profiliert. Für Bilek veranschaulichen solche Personen den Zusammenhang zwischen den drei Begriffen im Titel.
Empfehlungen und Einordnung in die Debatte
Auf der Website des Verlags finden sich Empfehlungen von Gleichgesinnten, darunter Heather Brunskell-Evans und die Ärztin Miriam Grossman. Unabhängige Rezensionen in großen Zeitungen haben wir nicht gefunden. Bei Spinifex Press erschien 2026 auch die englische Ausgabe des niederländischen Sammelbands Gender Rebels. Die These über Geldgeber spielt auch bei anderen Büchern eine Rolle. So wurde Helen Joyce nach ihrem Buch Trans vorgeworfen, Behauptungen über Milliardäre hinter der Transbewegung zu wiederholen, die ein Kritiker als antisemitisch bezeichnete; Joyce verfasste daraufhin eine Erwiderung. Über Geldströme zwischen großen Arbeitgebern und LGBT-Organisationen handelt auf dieser Website ein Beitrag über lgbtdatabase.com. Bileks Buch befasst sich mit Geldströmen und Ideen, nicht mit den medizinischen Fragen selbst. Dafür eignen sich die Seiten im Bereich Medizin und der Überblick über internationale Entwicklungen besser.