Kathleen Stock — Material Girls

Material Girls: Why Reality Matters for Feminism ist ein Buch der britischen Philosophin Kathleen Stock. Es erschien 2021 bei Fleet, einem Imprint von Little, Brown, und schaffte es in die britischen Sachbuch-Bestsellerlisten. Stock war zu diesem Zeitpunkt Professorin für Philosophie an der University of Sussex.
Der Hauptartikel zu diesem Thema ist Kathleen Stock (UnHerd).
Worum es geht
Stock untersucht die Auffassung, dass jeder Mensch eine innere Geschlechtsidentität habe und diese stärker wiegen müsse als das biologische Geschlecht. Sie zeichnet nach, woher diese Vorstellung stammt, und argumentiert, dass das Geschlecht unter anderem in der Medizin, im Sport, in der Statistik und bei getrennten Einrichtungen für Frauen weiterhin von Bedeutung ist. Zugleich schreibt sie, dass trans Menschen Anspruch auf Schutz vor Diskriminierung und Gewalt haben. Das Buch ist eine philosophische Abhandlung über Begriffe wie biologisches Geschlecht, Gender und Frau.
Rezeption und Kritik
The Telegraph nannte das Buch mutig und sorgfältig argumentiert; The Guardian besprach es zusammen mit dem Buch von Helen Joyce und befand, Stocks Ton sei kühler und abstrakter. An ihrer Universität sah sich Stock mit Protesten von Studierenden konfrontiert, die sie transfeindlich nannten, und trat im Oktober 2021 zurück. Ihr Fall wurde zu einem bekannten Beispiel in der Debatte über akademische Freiheit.
Die Autorin
Kathleen Stock wurde im schottischen Aberdeen geboren. Sie studierte Französisch und Philosophie am Exeter College in Oxford, erwarb einen Masterabschluss an der University of St Andrews und promovierte 2001 an der University of Leeds. Ab 2003 arbeitete sie an der University of Sussex, wo sie sich mit Ästhetik, Fiktion und Imagination beschäftigte. Im Dezember 2020 wurde sie für ihre Verdienste um die Hochschulbildung zum Officer of the Order of the British Empire ernannt. Mehr als sechshundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterzeichneten einen Brief gegen diese Auszeichnung; mehr als vierhundert weitere unterzeichneten einen Brief zu ihrer Verteidigung.
Weitere Stimmen zum Buch
Das Buch erreichte Platz dreizehn der britischen Sachbuchliste. Emma Duncan schrieb in The Times, es sei gut lesbar und habe ihr Verständnis des Themas erweitert. Eine kurze Beschreibung der Autorin und des Buches findet sich auch in der Quellenübersicht von genderhub.nl. Der Philosoph Julian Baggini bezeichnete es als legitimen Beitrag zur Debatte. Adam Briggle befand, Stocks Schlussfolgerungen gäben vor allem zuvor vertretene Positionen wieder, und Alex Sharpe schrieb, das Buch enthalte zahlreiche Fehler und trage zu einem vergifteten Klima gegenüber trans Menschen bei. Das häufig gemeinsam besprochene Buch von Helen Joyce findet sich an anderer Stelle in diesem Archiv: Trans: When Ideology Meets Reality.
Was danach geschah
Stock trat am 28. Oktober 2021 zurück. Die Polizei hatte ihr empfohlen, eine Kameraüberwachung installieren zu lassen. Im November 2021 wurde sie Teilzeitstipendiatin an der University of Austin, und im März 2023 gründete sie gemeinsam mit Martina Navratilova und Julie Bindel The Lesbian Project. Im März 2025 verhängte die britische Aufsichtsbehörde Office for Students eine Geldstrafe von 585.000 Pfund gegen die University of Sussex, weil die Universität die Meinungsfreiheit nicht ausreichend geschützt hatte. Der High Court hob diese Geldstrafe am 29. April 2026 auf. Die Themen des Buches werden auf der Seite über Trans und die Sicherheit von Frauen wieder aufgegriffen.