Aotearoa Support
Aotearoa Support ist eine Gruppe von Eltern aus Neuseeland, deren Kind Geschlechtsdysphorie erlebt oder sich als transgender identifiziert. Nach eigener Darstellung suchten die Eltern Anfang 2021 online Kontakt zueinander, weil sie Fragen zu dem affirmativen und medizinischen Weg hatten, der ihren Kindern angeboten wurde.
Was dort zu finden ist
Die Website enthält Erfahrungsberichte von Eltern, eine Liste mit Hilfsangeboten, zehn Tipps für Eltern und ein Anmeldeformular für Eltern, die Kontakt zu anderen Betroffenen suchen. Die Gruppe konzentriert sich auf gegenseitige Unterstützung und den Austausch von Informationen.
Hintergrund
Nach eigenen Angaben hat sich die Gruppe an der britischen Bayswater Support Group orientiert und ist wie diese gegenüber medizinischen Lösungen bei Jugendlichen zurückhaltend. Die Website gibt die Perspektive dieser Eltern wieder; andere Eltern und medizinische Fachkräfte in Neuseeland sehen dies anders. Wie die Versorgung dort geregelt ist, steht unter Versorgung von Transgender-Personen in Neuseeland. Weitere Informationen gibt es unter Länderregelungen.
Vorgehensweise
Die Gruppe arbeitet als Netzwerk von Eltern. Eltern melden sich über ein Formular an. Anschließend treten sie mit anderen Eltern in Kontakt, unter anderem in Einzeltelefonaten. Die Gruppe arbeitet auf ehrenamtlicher Basis und finanziert sich durch Spenden. Auf der Website stehen drei Erfahrungsberichte von Eltern, darunter der einer Mutter, deren sechzehnjähriger Sohn sich im September 2020 während des Lockdowns als trans outete. Die Bayswater Support Group, die als Vorbild diente, entstand Ende 2019.
Die zehn Tipps
Die Seite mit den zehn Tipps verweist auf Material von Bayswater. Die Tipps empfehlen Eltern, zunächst zuzuhören, sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu medizinischen Eingriffen auseinanderzusetzen und die Internetnutzung zu beaufsichtigen. Eltern wird geraten, in der Schule eine aktive Rolle zu übernehmen, die eigenen Grenzen festzulegen und ihrem Kind beizubringen, kritisch über Geschlecht und Gender nachzudenken. Weitere Tipps betreffen die Aufmerksamkeit für psychische und entwicklungsbezogene Probleme wie Autismus oder Trauma, einen langen Atem, einen normalen Familienalltag und die Fürsorge für die Eltern selbst. Eine niederländischsprachige Broschüre mit praktischen Leitlinien für Eltern gibt es auf cryforrecognition.nl.
Empfohlene Quellen
Die Liste mit Hilfsangeboten verweist auf die neuseeländische Website Fully Informed über Pubertätsblocker, auf den Bericht Another Unfortunate Experiment von Jan Rivers und Jill Abigail, auf den Zwischenbericht der Cass Review sowie auf Organisationen wie Transgender Trend, Post Trans, Genspect und die kanadische Gender Dysphoria Alliance. Außerdem nennt die Gruppe die schwedische Dokumentation The Trans Train, die vierteilige Serie Dysphoric und den Podcast Gender: A Wider Lens. Alle genannten Quellen stehen medizinischer Transition bei Jugendlichen kritisch gegenüber. Quellen, die den affirmativen Ansatz verteidigen, fehlen. Mit Unterricht über Geschlechtsidentität an neuseeländischen Schulen befasst sich die Website von Resist Gender Education.