Amanda Familias
AMANDA ist eine spanische Elternvereinigung von Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie. Der Name steht für Agrupación de Madres de Adolescentes y Niñas con Disforia Acelerada. Die Gruppe bezeichnet sich selbst als unabhängig, überparteilich und nicht religiös und fordert Zurückhaltung bei der medizinischen Behandlung Minderjähriger.
Was dort zu finden ist
Die spanischsprachige Website bietet eigene Bereiche für Familien, Fachkräfte und Medien. Sie enthält häufig gestellte Fragen zu Pubertätsblockern, Hormonen und Operationen, Leselisten, einen kurzen Leitfaden für Therapeutinnen und Therapeuten, eine Erläuterung des Cass Review sowie die Ergebnisse einer eigenen Umfrage unter 476 Familien.
Warum diese Seite auf der Liste steht
AMANDA ist eine bekannte spanische Elternstimme in der Debatte über Rapid-Onset-Genderdysphorie. Dieser Begriff ist wissenschaftlich umstritten. Die Website gibt die Perspektive von Eltern wieder und ist keine neutrale medizinische Quelle.
Positionen und Forderungen
Im Manifest beschreibt AMANDA eine Form der Geschlechtsdysphorie, die in der Pubertät plötzlich auftritt und sich nach Auffassung der Gruppe von der klassischen Form unterscheidet. Sieben von zehn Fällen sollen Mädchen betreffen. Die Gruppe weist auf Begleitprobleme wie Autismus, ADHS, Zwangsstörungen und Essstörungen sowie auf den Einfluss sozialer Medien hin. Das Manifest wendet sich gegen den Entwurf des spanischen Transgesetzes und stellt vier Forderungen: einen Austausch der Regierung mit Feministinnen, Ärztinnen und Ärzten sowie Psychologinnen und Psychologen, eine Untersuchung des ausschließlich affirmativen Ansatzes durch die Ombudsstelle, landesweite Standards für das Bildungswesen sowie eine vorsichtige Gesetzgebung, die die elterliche Sorge schützt und keine Änderung der Geschlechtsregistrierung vor dem achtzehnten Lebensjahr zulässt.
Die eigene Umfrage
Laut der Umfrage unter 476 Familien lag bei 77 Prozent der Jugendlichen eine Neurodivergenz oder frühere psychische Probleme vor. Die meisten hatten ausschließlich eine soziale Transition durchlaufen. Bei den Mädchen sollen später 30 Prozent die trans Identifikation aufgegeben haben, bei den Jungen 21 Prozent. Die Hälfte der Familien berichtete von schlechten Erfahrungen mit Schulen. Die Zahlen beruhen auf Angaben von Eltern aus der eigenen Anhängerschaft und sind keine repräsentative Untersuchung. Die Aussage im Manifest, dass diese Dysphorie fast immer ohne medizinische Transition verschwinde, ist eine Behauptung der Gruppe.
Netzwerk und Anerkennung
AMANDA ist der internationalen Initiative Protecting Puberty angeschlossen und nennt verwandte Organisationen wie Genspect, SEGM und PITT Parents. Die Gruppe erhielt 2023 einen Bildungspreis der spanischen Zeitschrift Magisterio und veröffentlicht einen Blog auf Substack. Wie Spanien und andere Länder die Versorgung regeln, erfahren Sie unter Versorgung nach Ländern.