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Therapy First

Therapy First ist ein US-amerikanischer Verband von Fachkräften für psychische Gesundheit, der sich auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Geschlechtsdysphorie konzentriert. Die Organisation wurde 2021 von der Therapeutin Lisa Marchiano und Kollegen unter dem Namen Gender Exploratory Therapy Association (GETA) gegründet und erhielt 2023 unter der Leitung von Paul Garcia-Ryan ihren heutigen Namen.

Was dort zu finden ist

Die Website bietet eine Suchfunktion für Therapeuten, eine Mitgliedschaft für Fachkräfte, Fortbildungen, Webinare sowie Verweise auf Forschung und Medien. Ausgangspunkt ist, dass Psychotherapie bei Geschlechtsdysphorie der erste Schritt sein sollte – vor einer möglichen medizinischen Behandlung.

Hintergrund und Kritik

Der Ansatz ist umstritten. Kritiker betrachten die befürwortete explorative Therapie als eine Form der Konversionstherapie und weisen darauf hin, dass Untersuchungen zu den Ergebnissen fehlen; der Verband weist diesen Vergleich zurück. Die Website eignet sich dazu, diese Position aus erster Hand kennenzulernen – neben anderen kritischen Perspektiven.

Gründer und Netzwerk

Nach Angaben des Southern Poverty Law Center wurde der Verband im Juni 2021 von fünf Personen gegründet: Sasha Ayad, Roberto D'Angelo, Stella O'Malley, Lisa Marchiano und Joseph Burgo, über den auf dieser Website ein Artikel erschienen ist: Joe Burgo über Jungen und Männlichkeit. Die ersten vier sind mit der Society for Evidence-Based Gender Medicine verbunden, und Burgo ist Berater von Genspect. Das Southern Poverty Law Center zählte zwei Dutzend personelle Verbindungen zwischen den drei Organisationen. Marchiano ist Vorsitzende des Vorstands. Paul Garcia-Ryan, der sich selbst als detransitioniert bezeichnet, leitet den Verband. Dem Vorstand gehört auch Dwight Panozzo an, ein Therapeut und Dozent am Studiengang für Soziale Arbeit der New York University.

Positionen und Veröffentlichungen

Die Vereinigung ist der Ansicht, dass Psychotherapie bei allen Formen von Geschlechtsdysphorie die erste Behandlung sein sollte. Eine soziale und medizinische Transition bezeichnet sie als riskant und möglichst zu vermeiden. 2022 veröffentlichte sie einen klinischen Leitfaden für explorative Therapie. Nach eigenen Angaben hat die Vereinigung mehr als 300 Behandelnde als Mitglieder, die über 36 US-Bundesstaaten und 14 Länder verteilt sind. Sie ist von der American Psychological Association als Anbieter von Fortbildungen anerkannt. Die Umbenennung Ende 2023 erfolgte Quellen zufolge aufgrund der negativen Berichterstattung über den früheren Namen. 2026 geriet die Vereinigung mit Genspect über den Ansatz in der Gender-Versorgung aneinander.

Wie Sie diese Quelle nutzen und einordnen

Die Website beschreibt das eigene Angebot und wurde erstellt, um Behandelnde und Eltern zu gewinnen. Das Southern Poverty Law Center zählt die Vereinigung zu einem Netzwerk, das Pseudowissenschaft über LGBTQ-Personen verbreitet; auch der Berufsverband WPATH steht ihr kritisch gegenüber. Wer den Ansatz beurteilen möchte, sollte prüfen, welche Forschung zu den Ergebnissen vorliegt – sowohl zur Psychotherapie als auch zur medizinischen Behandlung. Siehe dazu systematische Übersichtsarbeiten.

Zur Quelle

Quellen