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Society for Evidence-Based Gender Medicine (SEGM)

Die Society for Evidence-Based Gender Medicine (SEGM) wurde 2019 als internationale Gruppe von Klinikern und Forschern gegründet. Zu den Gründern gehören der Endokrinologe William Malone, die Kinderärztin Julia Mason und die Gesundheitsforscherin Zhenya Abbruzzese.

Mehr dazu auf dieser Website: SEGM Digest 2025 und SEGM und die kritischen Kliniker in der Gender-Versorgung.

Was dort zu finden ist

Auf der Website finden sich Besprechungen von Studien, Leitlinien und politischen Entscheidungen zur Gender-Versorgung – ein Bereich, zu dem auch die Cass Review und das Dutch Protocol gehören. SEGM finanziert systematische Übersichtsarbeiten, organisiert wissenschaftliche Tagungen und reicht Stellungnahmen bei Gerichten und Gesetzgebern ein.

Hintergrund und Kritik

SEGM befürwortet psychologische Begleitung als ersten Schritt bei Jugendlichen und ist umstritten. Das Southern Poverty Law Center stufte SEGM 2023 als LGBTQ-feindliche Hassgruppe ein, Forscher der Yale University bezeichneten die Gruppe als ideologische Organisation ohne Verbindungen zu den etablierten wissenschaftlichen Fachgesellschaften, und ein Sprecher der Endocrine Society ordnete sie außerhalb des wissenschaftlichen Mainstreams ein. SEGM selbst stellt sich als Befürworterin einer evidenzbasierten Versorgung dar.

Finanzierung und Umfang

SEGM ist eine gemeinnützige Organisation. Nach Angaben des Southern Poverty Law Center sammelte die Gruppe 2019 über eine Spendenaktion auf GoFundMe bei drei anonymen Spendern mehr als fünfzigtausend Dollar ein. 2020 stammte ein großer Teil der Einnahmen aus einer Spende von 100.000 Dollar von der Edward Charles Foundation. 2021 beliefen sich die Jahreseinnahmen auf knapp 800.000 Dollar; die größte Spende in Höhe von mehr als 350.000 Dollar kam vom Spendenfonds von Fidelity. Wer die letztlichen Geldgeber sind, ist damit weitgehend unbekannt. Zu den Beratern gehören der Psychiater Stephen B. Levine und die Psychotherapeutin Stella O'Malley.

Die Reviews der McMaster University

SEGM zahlte 250.000 Dollar für systematische Übersichtsarbeiten unter der Leitung von Gordon Guyatt von der McMaster University, einem der Begründer der evidenzbasierten Medizin. Die Reviews erschienen 2025 und bewerteten die Evidenzsicherheit als niedrig oder sehr niedrig. Guyatt distanzierte sich anschließend davon, wie SEGM die Ergebnisse verwendete. Er bezeichnete die Darstellung der Organisation als inakzeptabel und warf ihr vor, der Autonomie der Patienten wenig oder gar keinen Wert beizumessen. Wie solche Reviews funktionieren und was eine niedrige Evidenzsicherheit bedeutet und was nicht, wird bei systematischen Reviews zur Gender-Versorgung erklärt.

Verbindungen zu anderen Organisationen

Sieben Berater von SEGM beraten auch Genspect. Therapy First wurde 2021 von vier SEGM-Mitgliedern gegründet. 2026 gerieten Therapy First und Genspect über den Umgang mit der Gender-Versorgung aneinander. Die Organisation sagte vor Parlamenten US-amerikanischer Bundesstaaten zu Gesetzesvorhaben aus, die die Gender-Versorgung einschränken, und reichte Schriftsätze in Gerichtsverfahren ein, unter anderem zur Kostenübernahme für die Versorgung in Arizona. Die Washington State University setzte 2025 Fortbildungskurse aus, in denen Material von SEGM verwendet wurde. Für die Leser bedeutet dies, dass die Website einen gut dokumentierten Zugang zu kritischer Literatur bietet, die Auswahl und Einordnung jedoch nur eine Seite repräsentieren.

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Quellen