NHS England

NHS England ist die Organisation, die die öffentliche Gesundheitsversorgung in England steuert und spezialisierte Versorgung einkauft, darunter auch die geschlechtsspezifische Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Im März 2025 kündigte die britische Regierung an, NHS England aufzulösen und in das Gesundheitsministerium einzugliedern.
Der Hauptartikel zu diesem Thema ist Geschlechtsspezifische Versorgung im Vereinigten Königreich.
Was dort zu finden ist
Auf der Website finden sich Grundsatzdokumente, klinische Leitlinien für die Beschaffung von Gesundheitsleistungen, Konsultationen und Nachrichten.
Warum diese Organisation auf der Liste steht
NHS England gab 2020 die Cass Review in Auftrag. Im März 2024 beschloss die Organisation, dass Pubertätsblocker Minderjährigen mit Geschlechtsdysphorie nicht länger routinemäßig verschrieben werden; sie sind nur noch im Rahmen wissenschaftlicher Forschung verfügbar. Zu gegengeschlechtlichen Hormonen gibt es einen eigenen Artikel: NHS England streicht gegengeschlechtliche Hormone für Minderjährige. Die Genderklinik des Tavistock (GIDS) wurde 2024 geschlossen und durch regionale Zentren ersetzt. Mehr dazu in der Übersicht zur Politik nach Ländern.
Organisation und Auflösung
NHS England wurde am 31. Oktober 2011 gegründet und erhielt am 1. April 2013 den Status einer eigenständigen öffentlichen Einrichtung. Ursprünglich hieß die Organisation NHS Commissioning Board. Der Hauptsitz befindet sich in Leeds. Mit dem Health and Care Act 2022 wurden unter anderem NHS Improvement, NHS Digital und Health Education England in die Organisation eingegliedert. Premierminister Keir Starmer gab die Auflösung am 13. März 2025 bekannt. Der Übergang zum Gesundheitsministerium sollte etwa zwei Jahre dauern. Für die Leserinnen und Leser bedeutet dies, dass Grundsatzdokumente zur geschlechtsspezifischen Versorgung künftig möglicherweise unter dem Gesundheitsministerium zu finden sein werden und sich Webadressen ändern können.
Umsetzung der Cass Review
Der Auftrag für die Untersuchung stammt aus dem September 2020 und ging an die pensionierte Kinderärztin Hilary Cass. Der Zwischenbericht erschien im März 2022, der Abschlussbericht am 10. April 2024. Im April 2024 nahmen zwei neue Dienste in Nordwestengland und London ihre Arbeit auf; sie sollten die ersten von bis zu acht regionalen Zentren sein. Im August 2024 änderte sich der Überweisungsweg: Nur noch Kinderärzte und die Kinder- und Jugendpsychiatrie des NHS können Überweisungen vornehmen, Hausärzte nicht mehr. Die Forschung zu Pubertätsblockern findet im Rahmen der Pathways-Studie unter der Leitung von Emily Simonoff vom King's College London statt. Die Vorbereitungen dafür wurden im Februar 2026 eingestellt, nachdem die Arzneimittelbehörde MHRA neue Bedenken hinsichtlich des Wohlergehens der Teilnehmenden geäußert hatte. Im Juni 2026 genehmigte die MHRA ein angepasstes Protokoll. Aufgrund eines laufenden Gerichtsverfahrens sollte die Rekrutierung nicht vor dem 1. August 2026 beginnen. Das Gericht wies die Klage ab; siehe den Bericht über die Studie zu Pubertätsblockern mit 226 Kindern. Anschließend ließ NHS England auch die Versorgung von Erwachsenen überprüfen.
Wie Sie diese Quelle einordnen sollten
Die Dokumente von NHS England sind Primärquellen: Sie zeigen, was tatsächlich beschlossen wurde. Die Begründung findet sich in den Evidenzbewertungen von NICE und in den systematischen Reviews der University of York. Die Politik ist nicht unumstritten; Kritiker, darunter WPATH und Forschende der Yale University, haben Einwände gegen die Cass Review geäußert.