University of York — Cass systematic reviews

Die University of York ist eine britische Universität. Ihr Centre for Reviews and Dissemination (CRD) ist auf systematische Reviews zur Gesundheitsversorgung spezialisiert.
Die Reviews
Für die Cass-Review führten Forscherinnen und Forscher aus York eine Reihe systematischer Reviews durch. Sie befassen sich mit den Merkmalen überwiesener junger Menschen, Versorgungspfaden, internationalen Leitlinien, sozialer Transition, Pubertätsblockern und Hormonbehandlung. Die Reviews wurden nach einem Peer-Review-Verfahren 2024 in der Fachzeitschrift Archives of Disease in Childhood veröffentlicht.
Warum diese Einrichtung auf der Liste steht
Die Reviews bilden die wissenschaftliche Grundlage des Abschlussberichts von Cass. Die Forschenden stellten fest, dass die Evidenz zu Pubertätsblockern und Hormonen bei Minderjährigen begrenzt und von geringer Qualität ist. Auch an der Methodik wurde Kritik geübt, unter anderem an der Art und Weise, wie die Qualität der Studien bewertet wurde. Der Link führt zur Seite des CRD; die Artikel selbst sind bei der Fachzeitschrift zu finden. Siehe auch Wissenschaft und Debatte.
Das Centre for Reviews and Dissemination
Das CRD ist ein Forschungsinstitut, das Daten aus mehreren Studien zusammenführt und bewertet, damit Entscheidungen in den Bereichen Gesundheit, öffentliche Gesundheit und soziale Versorgung auf Forschungsergebnissen beruhen können. Es arbeitet unter anderem an der Bewertung medizinischer Technologien, Methodenentwicklung, Kindergesundheit, psychischer Gesundheit und öffentlicher Gesundheit. Das Institut betreibt PROSPERO, ein internationales Register, in dem Forschende systematische Reviews vorab anmelden. Nach Angaben der Website umfasst das Register mehr als 500.000 Einträge.
Aufbau und Ergebnisse
Es handelte sich um sieben Reviews. Sie erschienen am 10. April 2024, zeitgleich mit dem Abschlussbericht. Die Forschenden bewerteten die Qualität der Studien mithilfe einer angepassten Version der Newcastle-Ottawa-Skala und des Mixed Methods Appraisal Tool. Sie nahmen nur englischsprachige Studien zu Minderjährigen auf und gaben keine Einschätzung zur Sicherheit der Evidenz für die einzelnen Endpunkte ab. Wie sich verschiedene Forschungsarten hinsichtlich ihrer Beweiskraft unterscheiden, wird bei der Evidenzpyramide in der geschlechtsbezogenen Versorgung erläutert. Zu Pubertätsblockern fanden sie 50 Studien: eine von hoher, 25 von mittlerer und 24 von geringer Qualität. Zur Hormonbehandlung waren es 53 Studien: eine von hoher, 33 von mittlerer und 19 von geringer Qualität. Die Knochengesundheit blieb während der Behandlung mit Pubertätsblockern hinter der erwarteten Entwicklung zurück. Zu den Auswirkungen auf Dysphorie und psychische Gesundheit ließ sich keine Schlussfolgerung ziehen. Eine geplante Untersuchung der späteren Ergebnisse bei etwa 9.000 jungen Menschen wurde nicht durchgeführt, weil die erforderliche Mitwirkung ausblieb.
Kritik und Gegenargumente
Im Juli 2024 schrieb eine Gruppe um die Yale Law School, die Reviews wiesen erhebliche Mängel auf; siehe den Artikel über den Yale-Bericht gegen die Cass-Review. Im Mai 2025 erschien in BMC Medical Research Methodology ein Artikel von Noone und Kollegen, in dem mithilfe des ROBIS-Instruments ein hohes Verzerrungsrisiko festgestellt wurde. Eine Bewertung der British Medical Association vom Mai 2026 bezeichnete die Methodik dagegen als solide. Weitere Erläuterungen finden sich bei systematischen Reviews.