Ethics and Public Policy Center
Das Ethics and Public Policy Center (EPPC) ist eine konservative Denkfabrik in Washington, die 1976 von Ernest Lefever gegründet wurde. Das Institut will die jüdisch-christliche moralische Tradition auf Fragen der öffentlichen Politik anwenden. Präsident ist Ryan T. Anderson, der Autor eines kritischen Buches über die Versorgung von Transpersonen.
Was dort zu finden ist
Auf der Website finden sich Essays, Meinungsbeiträge, Policy-Papiere, rechtliche Stellungnahmen in Gerichtsverfahren und Reaktionen auf geplante gesetzliche Regelungen. Das Programm Person and Identity Project richtet sich an Eltern, Schulen und Kirchen und behandelt Geschlechtsidentität ausgehend von einem christlichen Menschenbild. Siehe auch Geschlecht und Religion.
Hintergrund
Das EPPC ist eine Denkfabrik mit einer ausgeprägt weltanschaulichen und politischen Position und kein journalistisches Medium. Die Veröffentlichungen eignen sich dazu, die konservativ-religiöse Argumentation in der amerikanischen Debatte zu verstehen, nicht als neutrale Darstellung des wissenschaftlichen Kenntnisstands. Siehe auch kritische Perspektiven.
Geschichte und Leitung
Lefever war bis 1989 Präsident. Der katholische Theologe George Weigel folgte ihm nach und blieb bis 1996 im Amt. Danach leitete Edward Whelan das Institut. Heute ist er Vizepräsident. Ryan T. Anderson ist seit Februar 2021 Präsident und kam von der Heritage Foundation. Laut Steuererklärung hatte das EPPC im Geschäftsjahr bis Juni 2025 Einnahmen in Höhe von 8,99 Millionen Dollar. Von 2003 bis 2018 gab das Institut die Zeitschrift The New Atlantis heraus. Das EPPC bezeichnet sich selbst als das Institut in Washington, das ein umfassendes Bild der menschlichen Person auf Fragen von Recht, Kultur und Politik anwendet.
Programme und Fellows
Auf der Website werden zwölf Programme aufgeführt. Neben dem Person and Identity Project sind dies unter anderem Bioethics, Technology, and Human Flourishing, Catholic Studies, das Catholic Women's Forum, Evangelicals in Civic Life und die Life and Family Initiative. Zu den Fellows gehören Mary Hasson, Carl R. Trueman, Erika Bachiochi, Carter Snead und Andrew T. Walker. Die Zusammensetzung zeigt, dass hier katholische und evangelikale Denker zusammenarbeiten.
Politische Rolle und Kritik
Das EPPC war Mitglied im Beirat von Project 2025, dem politischen Programm für eine neue republikanische Regierung. 2025 veröffentlichten Jamie Bryan Hall und Anderson eine Studie zur Abtreibungspille Mifepriston, die auf 865.727 Behandlungen basierte. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass in 10,93 Prozent der Fälle schwerwiegende Nebenwirkungen auftraten. Die Methodik dieser Studie wurde kritisiert. Das Beispiel zeigt, dass das Institut Forschung für politische Ziele einsetzt. Andersons Buch über die Versorgung von Transpersonen erschien bei Encounter Books.