The New Atlantis
The New Atlantis ist eine US-amerikanische Zeitschrift über die gesellschaftlichen und ethischen Aspekte von Wissenschaft und Technologie. Sie erscheint seit 2003 und ist konservativ ausgerichtet.
Was darin zu finden ist
Für die Genderdebatte sind zwei Ausgaben von Bedeutung. 2016 veröffentlichte die Zeitschrift Sexuality and Gender, einen umfangreichen Übersichtsartikel von Lawrence Mayer und Paul McHugh über die Forschung zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. 2017 folgte Growing Pains von Paul Hruz, Lawrence Mayer und Paul McHugh über die Behandlung von Geschlechtsdysphorie mit Pubertätsblockern.
Warum es auf dieser Liste steht
Growing Pains war eine frühe, umfassende englischsprachige Veröffentlichung, die die wissenschaftliche Grundlage für den Einsatz von Pubertätsblockern infrage stellte, einem zentralen Bestandteil des Dutch Protocol. Die Artikel erschienen nicht in einer medizinischen Fachzeitschrift und wurden von Forschern scharf kritisiert, die den Autoren einen selektiven Umgang mit der Literatur vorwarfen. Siehe auch Wissenschaft und Debatte.
Herausgeber und Redaktion
The New Atlantis ist eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift aus Washington, D.C. Sie wurde von Eric Cohen und Adam Keiper gegründet, die auch die ersten Redakteure waren. Zunächst wurde die Zeitschrift vom Ethics and Public Policy Center herausgegeben. Der derzeitige Herausgeber ist das Center for the Study of Technology and Society, eine gemeinnützige Organisation. Chefredakteur ist Ari Schulman; zu den Senior Editors gehören Yuval Levin und Christine Rosen. Die Zeitschrift bezeichnet sich selbst als öffentliches Ideenmagazin mit langen Essays für Laien und Wissenschaftler. Nach eigenen Angaben stammen die Einnahmen fast vollständig von privaten Stiftungen, Einzelspendern sowie aus Abonnements und Lizenzen.
Status der Veröffentlichungen
Die Artikel werden von der Redaktion begutachtet, durchlaufen jedoch kein wissenschaftliches Peer-Review. Die Zeitschrift ist damit ein Magazin für ein breites Publikum und keine Fachzeitschrift. Sie schreibt aus einer sozialkonservativen Perspektive, in der auch religiöse Auffassungen anklingen. Sexuality and Gender ist ein Literaturüberblick mit 143 Seiten. McHugh war Leiter der Psychiatrie am Johns-Hopkins-Krankenhaus, als dieses 1979 geschlechtsangleichende Operationen einstellte. Mitarbeiter der Johns Hopkins University, darunter Chris Beyrer, erwiderten, der Artikel stelle den Stand der Wissenschaft falsch dar. Mehr als 600 Personen mit Verbindung zur medizinischen Fakultät unterzeichneten eine Petition gegen den Artikel.
Wie Sie diese Quelle nutzen und einordnen
Beide Veröffentlichungen sind Übersichten von Autoren mit einer klaren Position und keine systematischen Reviews mit einer im Voraus festgelegten Methode. Sie sind hilfreich, um zu sehen, welche Einwände bereits 2016 und 2017 formuliert wurden. Zur aktuellen Evidenzlage können Sie die Seiten über Pubertätsblocker und systematische Reviews heranziehen.