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TGEU — Transgender Europe

TGEU — Transgender Europe
Foto: Dzenina Lukac via Pexels

Transgender Europe (TGEU) ist eine europäische Non-Profit-Organisation für die Rechte und das Wohlergehen von transgeschlechtlichen Menschen in Europa und Zentralasien.

Was ist TGEU?

Transgender Europe (TGEU) ist eine europäische Non-Profit-Organisation für die Rechte und das Wohlergehen von transgeschlechtlichen Menschen in Europa und Zentralasien. Nach eigenen Angaben vertritt sie mehr als zweihundert Mitgliedsorganisationen in über fünfzig Ländern (Quelle). Das Büro befindet sich in Berlin (Quelle).

Trans Rights Map

TGEU veröffentlicht jährlich gemeinsam mit ILGA-Europe einen Trans Rights Index & Map. Dieser zeigt die rechtliche Situation von transgeschlechtlichen Menschen in 54 Ländern: 49 in Europa und 5 in Zentralasien. Punkte werden für 32 Indikatoren in sechs Kategorien vergeben: Anerkennung des rechtlichen Geschlechts (siehe Änderung des Geschlechtseintrags), Asyl, Hassrede und Hasskriminalität, Schutz vor Diskriminierung, Gesundheit und Familie. Laut TGEU beruhen die Bewertungen ausschließlich auf dem Gesetzestext und berücksichtigen weder die gesellschaftliche Situation noch die Art und Weise, wie Gesetze angewendet werden. Die Aktualisierung erscheint jedes Jahr rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie (Quelle; Erläuterung von TGEU).

Trans Murder Monitoring

Seit 2009 führt TGEU gemeinsam mit Partnerorganisationen und Aktivistinnen und Aktivisten weltweit das Trans Murder Monitoring durch. Dabei werden gemeldete Morde an transgeschlechtlichen und geschlechtsdiversen Menschen gesammelt und analysiert. Die jährliche Aktualisierung erscheint kurz vor dem Transgender Day of Remembrance am 20. November (Quelle).

Organisation und Finanzierung

TGEU wurde 2005 unter dem Namen Transgender Europe e.V. gegründet. Seit 2018 ist die Organisation auch in Zentralasien tätig. Der vollständige Name lautet nun TGEU, Trans Europe and Central Asia (Quelle). Auf der eigenen Website stehen unter der Überschrift Funders die Logos der Niederlande, des Europarats und der Europäischen Union (Quelle). TGEU sagt zudem, sie setze sich bei der EU und der UNO für die Rechte von transgeschlechtlichen Menschen ein (Quelle).

Anmerkungen zu den Mordzahlen

Die Aktualisierung von 2025 zählte 281 Morde zwischen dem 1. Oktober 2024 und dem 30. September 2025, gegenüber 350 ein Jahr zuvor. Davon ereigneten sich 68 Prozent in Lateinamerika und der Karibik; in Europa wurden fünf Fälle gemeldet. Seit 2009 wurden 5.322 Morde registriert (Quelle). TGEU schreibt selbst, dass die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich deutlich höher liegen, weil Morde oft falsch oder gar nicht gemeldet werden, zum Beispiel durch falsche Angabe des Geschlechts, Stigma oder eine begrenzte Medienberichterstattung. Der Rückgang gegenüber 2024 bedeutet laut TGEU nicht, dass es sicherer geworden ist. Von den gemeldeten Opfern war laut TGEU 90 Prozent eine trans Frau oder transfeminine Person und 88 Prozent Schwarz oder braun; Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter bilden mit 34 Prozent die größte Gruppe unter den bekannten Berufen (gleiche Quelle). Die weltweiten Gesamtzahlen werden daher vor allem von anderen Regionen als Europa bestimmt.

Position zur medizinischen Versorgung Minderjähriger

TGEU unterzeichnete am 18. Dezember 2024 gemeinsam mit ILGA-Europe, dem IPPF European Network, IGLYO und The Kite Trust eine gemeinsame Erklärung gegen die Entscheidung der britischen Regierung, den Verkauf und die Abgabe von Pubertätsblockern auf Privatrezept an unter 18-Jährige auf unbestimmte Zeit zu verbieten (Quelle; Entscheidung der Regierung). Die Erklärung nennt den Zugang zu dieser Versorgung notwendig, lebensrettend und evidenzbasiert und bezeichnet die Untersuchungen hinter der Entscheidung als methodisch zweifelhaft. Die University of York, die für die Cass Review die Evidenz überprüfte, fand unter 50 Studien zur Pubertätsunterdrückung 1 von hoher, 25 von mittlerer und 24 von niedriger Qualität sowie begrenzte oder widersprüchliche Evidenz zur Wirkung auf Geschlechtsdysphorie und psychische Gesundheit (Quelle). Am 4. April 2023 veröffentlichte TGEU gemeinsam mit dem deutschen Verband BVT außerdem eine Erklärung, in der sie sich enttäuscht über zwei Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (O.H. gegen Deutschland und A.H. gegen Deutschland) zu den Geburtsurkunden von Kindern transgeschlechtlicher Eltern zeigte; der Gerichtshof stellte fest, dass keine Verletzung von Menschenrechten festgestellt worden sei (Quelle). Siehe auch ILGA-Europe, die Cass Review, Elternschaft nach der Transition und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und die Rechte transgeschlechtlicher Menschen.

Häufig gestellte Fragen

Quellen

Transgender Europe (TGEU) — Trans Rights Map. tgeu.org

TGEU (2025). Trans Murder Monitoring 2025 reveals new trend in anti-trans violence. tgeu.org

TGEU et al. (18. Dezember 2024). Joint Statement on the decision to ban puberty blockers for trans youth in the UK. tgeu.org

TGEU und BVT (4. April 2023). European Court of Human Rights Disappoints Trans Families. tgeu.org