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Genderfürsorge in Südafrika

Das Parlamentsgebäude Südafrikas in Kapstadt
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Alteration of Sex Description and Sex Status Act 49 of 2003 ermöglicht nach einer medizinischen Behandlung oder bei intersexuellen Personen die Änderung des Geschlechts in den Registern.

Rechtlicher Rahmen

Der Alteration of Sex Description and Sex Status Act 49 of 2003 ermöglicht nach einer medizinischen Behandlung oder bei intersexuellen Personen die Änderung des Geschlechts in den Registern. Südafrika hat außerdem eine starke Verfassung, die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung verbietet.

Klinische Versorgung

Die Genderfürsorge im öffentlichen System ist begrenzt und auf eine Handvoll großer Krankenhäuser konzentriert (Pretoria, Kapstadt, Johannesburg). Die Wartezeiten sind lang und die Qualität variiert.

Das Verfahren

Der Antrag läuft über das Innenministerium. Die antragstellende Person reicht Bescheinigungen von zwei Ärzten über die Behandlung ein. Das Gesetz verlangt keine Operation an den Geschlechtsorganen; eine Hormonbehandlung kann ausreichen. In der Praxis beklagen sich Antragstellende darüber, dass Beamte trotzdem einen Operationsnachweis verlangen und dass die Verfahren Jahre dauern. Eine Regelung auf Grundlage einer Selbsterklärung gibt es nicht.

Öffentliche und private Versorgung

Die bekannteste öffentliche Einrichtung ist die Transgenderklinik des Groote Schuur-Krankenhauses in Kapstadt, die 2009 gegründet wurde. Auch das Steve Biko Academic Hospital in Pretoria und das Chris Hani Baragwanath-Krankenhaus bei Johannesburg bieten entsprechende Versorgung an. Die Zahl der Operationen pro Jahr ist gering, sodass die Warteliste für eine Operation im öffentlichen System viele Jahre umfasst. Wer es sich leisten kann, weicht auf private Kliniken aus; private Versicherer übernehmen die Behandlung häufig nicht.

Leitlinie

Die Southern African HIV Clinicians Society veröffentlichte 2021 eine Leitlinie für genderbestätigende Versorgung im südlichen Afrika. Sie folgt dem affirmativen Modell und orientiert sich an den Standards der WPATH. Eine unabhängige systematische Bewertung der Evidenz wie in Finnland, Schweden und England hat in Südafrika nicht stattgefunden. Was WPATH ist und wie die Organisation ihre Standards erstellt, steht auf wpath.nl; die inhaltlichen Einwände finden sich unter Kritik an der Version 8 der Standards of Care. Die Debatte über die Behandlung Minderjähriger wird dort vor allem von Ärzten und Eltern geführt, die auf den Cass Review verweisen. Weitere Länder finden sich unter Länderpolitik.

Quellen

Transgender Europe (TGEU) — Trans Rights Map. tgeu.org

Amnesty International — Trans rights are human rights. amnesty.org