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Genderdivers

Menschenmenge mit Regenbogenflaggen während der Pride-Parade in Oslo
Foto: simmersholm.net, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

„Genderdivers“ (Englisch: „gender diverse“) ist ein Sammelbegriff für die Vielfalt von Genderwahrnehmung, -ausdruck und -identität – für alles, was von den gängigen cisgeschlechtlichen Kategorien Mann/Frau abweicht. Der Begriff wird von Behörden, Gesundheitseinrichtungen und in der Forschung verwendet, um über die gesamte Gruppe zu sprechen, ohne jeden einzelnen Begriff ausschreiben zu müssen.

Was ist damit gemeint?

Unter genderdivers fallen unter anderem transgeschlechtliche Personen, nichtbinäre Personen, Menschen mit einem fluiden Gendererleben, intergeschlechtliche Personen (sofern sie sich mit der breiteren Kategorie identifizieren) und in manchen Definitionen alle Menschen, die sich außerhalb gängiger Gendernormen präsentieren. Es handelt sich um einen statistischen und organisatorischen Sammelbegriff, nicht um ein Identitätslabel, das Menschen häufig für sich selbst verwenden.

Unterschiede und Überschneidungen

Genderdivers überschneidet sich mit Begriffen wie „LGBT+“, „transgeschlechtlich“ und „nichtbinär“, ist aber weiter gefasst und wird vor allem in offiziellen Dokumenten und politischen Konzepten verwendet. Der Begriff wird manchmal auch für Jugendliche mit einem geschlechtsbezogenen Suchverhalten verwendet, unabhängig davon, ob eine klar definierte Identität vorliegt. So kommt der Mediasoziologe Peter Vasterman auf Grundlage der Studie Seks onder je 25e auf 92.500 niederländische Jugendliche, die sich als trans oder genderdivers bezeichnen. Wie sich das Wort transgender selbst zu einem Sammelbegriff entwickelte, wird auf letterbrij.nl beschrieben.

Gesellschaftlicher und praktischer Kontext

In medizinischen Leitlinien, der Forschung und politischen Dokumenten ist „genderdivers“ (oder die englischen Entsprechungen „gender diverse“, „TGD“ – transgender and gender diverse) zu einem gängigen Sammelbegriff geworden; der Begriff steht im Titel der Standards of Care, Version 8 der WPATH und der AAP-Leitlinie für transgeschlechtliche Jugendliche. Dadurch ist es möglich, gleichzeitig über verschiedene Gruppen zu sprechen, allerdings werden dabei manchmal inhaltliche Unterschiede zwischen diesen Gruppen verborgen.

Kritische Perspektiven

Der breite Sammelbegriff „genderdivers“ kann Gruppen zusammenfassen, die in Wirklichkeit sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Ergebnisse haben. Eine 50-jährige trans Frau, ein 14-jähriges Mädchen, das sich plötzlich als „nichtbinär“ bezeichnet, und eine intergeschlechtliche Person haben wenig gemeinsam, außer dass sie nicht in eine gängige cisgeschlechtliche Kategorie passen. Eine Politik, die sie als eine einzige Gruppe behandelt, wird der individuellen Situation häufig nicht gerecht. Eine sorgfältige Differenzierung bleibt notwendig. Wie weit gefasste Definitionen die Zahlen in die Höhe treiben, zeigt genderpropaganda.nl anhand der CBS-Zählung von 2,7 Millionen niederländischen LHBTQIA+-Personen.

Quellen

  • Coleman, E. et al. (2022). Standards of Care for the Health of Transgender and Gender Diverse People, Version 8. WPATH. DOI
  • Rafferty, J., AAP Committee on Adolescence (2018). "Ensuring comprehensive care and support for transgender and gender-diverse children and adolescents." Pediatrics, 142(4). DOI
  • Cass, Hilary (2024). Independent Review of Gender Identity Services for Children and Young People. NHS England. Tekst
  • CBS (Zentrales Statistikamt). Zahlen zur Geschlechtsidentität in den Niederlanden. cbs.nl