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McDeavitt, Cohn & Kulatunga-Moruzi

Geschlechtsaffirmierende Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist nicht evidenzbasiert ist ein Übersichtsartikel von Kathleen McDeavitt, J. Cohn und Chan Kulatunga-Moruzi. Er erschien am 10. Mai 2025 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Current Sexual Health Reports (Jahrgang 17) und ist als Open Access frei zugänglich.

Der Hauptartikel zu diesem Thema ist Das Dutch Protocol.

Die Autoren untersuchen, was die Forschung über die Ergebnisse von Pubertätsblockern und geschlechtsaffirmierenden Hormonen bei Minderjährigen mit Geschlechtsdysphorie aussagt. Dabei betrachten sie Studien aus den vergangenen fünfzehn bis zwanzig Jahren.

Die wichtigsten Punkte

Der Artikel behandelt drei Arten von Ergebnissen: Knochengesundheit, metabolische Effekte und psychische Gesundheit. Den Autoren zufolge zeichnen einzelne Studien kein konsistentes Bild einer Verbesserung der psychischen Gesundheit. Die Forschung auf diesem Gebiet weist ihrer Einschätzung nach erhebliche Qualitätsprobleme auf, weshalb die Evidenz insgesamt als schwach und unsicher bewertet wird. Sie empfehlen, die klinischen Leitlinien anzupassen, damit diese die begrenzte Aussagekraft der Evidenz widerspiegeln.

Aufbau des Artikels

Der Beitrag ist ein Übersichtsartikel und keine neue Untersuchung an Patienten. Die Autoren fassen zusammen, was aktuelle systematische Reviews ergeben haben, und leiten daraus Schlussfolgerungen für die Praxis ab. Das Literaturverzeichnis umfasst 149 Quellen. Dazu gehören die Standards of Care in der Version 8 von WPATH aus dem Jahr 2022, die Leitlinie der Endocrine Society aus dem Jahr 2017 und der Abschlussbericht der Cass Review aus dem Jahr 2024. Der Artikel ist unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC BY 4.0) erschienen und darf daher frei verbreitet werden.

Einordnung in die Debatte

Der Titel ist eine Stellungnahme und keine neutrale Zusammenfassung. Die Society for Evidence-Based Gender Medicine besprach den Artikel in der ersten Folge des SEGM Digest und bezeichnete ihn als ausgezeichnete Übersicht. Diese Organisation vertritt selbst eine kritische Position. McDeavitt und Cohn veröffentlichten im Mai 2026 außerdem eine Analyse von drei Jahrzehnten Forschung zum Dutch Protocol. Der Artikel steht im Einklang mit früheren Bewertungen in diesem Archiv, etwa dem britischen NICE-Review aus dem Jahr 2020, der die Evidenz für Pubertätsblocker als sehr wenig verlässlich bewertete. Dem steht gegenüber, dass der niederländische Gesundheitsrat am 30. Juni 2026 zu einer anderen Einschätzung kam: Nach Ansicht des Rates erreichen Hormonbehandlungen ihre körperlichen Ziele und verbessern laut Forschung auch die psychische Gesundheit. Wer den Artikel liest, sollte beide Schlussfolgerungen gegenüberstellen.

Warum in diesem Archiv

Es handelt sich um eine aktuelle, frei zugängliche Zusammenfassung der kritischen Position in der Debatte über die Evidenzlage. Andere Perspektiven finden sich unter Wissenschaft und Debatte.

Zur Quelle

Quellen