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Transfeminin

Die transfeminine Flagge mit rosafarbenen Streifen und einem schwarzen Streifen
Bild: unbekannter Urheber, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

„Transfeminin“ (Englisch: „transfeminine“) ist ein Sammelbegriff für Personen mit männlichem Geburtsgeschlecht (AMAB), die sich in eine feminine Richtung bewegen – in Bezug auf Identität, Ausdruck, soziales Auftreten oder medizinische Transition. Das Label ist weiter gefasst als Transfrau: Auch nichtbinäre AMAB-Personen, die sich in Richtung des Weiblichen bewegen, fallen in der Regel darunter.

Was ist damit gemeint?

Transfeminin beschreibt eine Richtung, nicht unbedingt einen Endpunkt. Eine Person kann transfeminin sein, ohne sich vollständig als „Frau“ zu bezeichnen oder medizinisch zu transitionieren. Unter diesen Oberbegriff fallen unter anderem Transfrauen, einige nichtbinäre AMAB-Personen und Menschen, die Östrogen verwenden oder feminisierende Eingriffe erwägen, ohne sich als Frau zu identifizieren.

Abgrenzung und Überschneidungen

Der Begriff überschneidet sich mit MTF („male-to-female“), einer älteren und spezifischeren Bezeichnung für eine vollständige Transition. Transfeminin ist neuer, weiter gefasst und schließt nichtbinäre Wege ein. Demimädchen kann eine spezifische Ausprägung davon sein.

Gesellschaftlicher und praktischer Kontext

Bei transfemininen Wegen gelten die üblichen Überlegungen zu Hormonen und Operationen: Sie sind einschneidend, teilweise unumkehrbar und haben Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Östrogen hat bei erwachsenen Männern erhebliche Nebenwirkungen; bei einer Vaginoplastik und Gesichtsoperationen (FFS) sind die Folgen dauerhaft. Im Sport und an frauenspezifischen Orten spielt die Unterscheidung zwischen biologischem und rechtlichem Geschlecht eine Rolle – siehe Geschlecht und Sport.

Kritische Perspektiven

Bei AMAB-Verläufen gibt es mindestens zwei Untergruppen: früh einsetzende Dysphorie (ab der Kindheit) und spät einsetzende Dysphorie (nach der Pubertät, manchmal anfänglich verbunden mit Autogynophilie, wie von Blanchard beschrieben). Beide Gruppen haben unterschiedliche klinische Profile und Verläufe; im aktuellen Diskurs werden sie selten unterschieden. Eine gründliche differenzialdiagnostische Abwägung ist unerlässlich. Dass ein solcher Weg auch in Reue münden kann, zeigt die Geschichte von Walt Heyer, der nach einer Operation acht Jahre als Frau lebte und anschließend detransitionierte. Sie ist auf ikbentrans.nl dokumentiert.

Quellen

  • Blanchard, R. (1989). "The classification and labeling of nonhomosexual gender dysphorias." Archives of Sexual Behavior, 18(4). DOI
  • Bailey, J.M. (2003). The Man Who Would Be Queen: The Science of Gender-Bending and Transsexualism. Joseph Henry Press.
  • Hembree, W.C. et al. (2017). "Endocrine Treatment of Gender-Dysphoric/Gender-Incongruent Persons." JCEM, 102(11). DOI
  • Coleman, E. et al. (2022). WPATH Standards of Care, Version 8. DOI
  • Dhejne, C. et al. (2011). "Long-term follow-up of transsexual persons undergoing sex reassignment surgery." PLOS ONE, 6(2). PubMed
  • Joyce, Helen (2021). Trans: When Ideology Meets Reality. Oneworld.