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Transmaskulin

Eine transmaskuline Flagge mit blauen Streifen
Bild: Transandrosupport, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

„Transmaskulin“ (Englisch: „transmasculine“) ist ein Sammelbegriff für Personen mit weiblichem Geburtsgeschlecht (AFAB), die sich in eine maskuline Richtung bewegen – in Bezug auf Identität, Ausdruck, soziales Auftreten oder medizinische Transition. Das Label ist weiter gefasst als Transmann: Auch nichtbinäre AFAB-Personen, die sich in Richtung Männlichkeit bewegen, werden in der Regel darunter gefasst.

Was ist damit gemeint?

Transmaskulin beschreibt eine Richtung, nicht unbedingt einen Endpunkt. Eine Person kann transmaskulin sein, ohne sich vollständig als „Mann“ zu bezeichnen oder medizinisch zu transitionieren. Unter diesen Oberbegriff fallen unter anderem Transmänner, einige nichtbinäre AFAB-Personen sowie Menschen, die Testosteron verwenden oder sich einer Mastektomie unterziehen, ohne sich als Mann zu identifizieren.

Unterschiede und Überschneidungen

Der Begriff überschneidet sich mit FTM („female-to-male“), einer älteren und spezifischeren Bezeichnung für eine vollständige Transition. Transmaskulin ist neuer, weiter gefasst und schließt nichtbinäre Verläufe ein. Demiboy kann eine spezifische Ausprägung davon sein.

Gesellschaftlicher und praktischer Kontext

Der Anteil der AFAB-Personen, die sich an die transmedizinische Versorgung wenden, ist seit etwa 2015 stark gestiegen, insbesondere unter Jugendlichen. Bei medizinischen Verläufen gelten die üblichen Überlegungen zu Hormonen und Operationen: Sie sind weitreichend, teilweise unumkehrbar und mit einem beträchtlichen Anteil an Detransitionen verbunden. Für Minderjährige bietet das Dutch Protocol inzwischen keinen unumstrittenen Rahmen mehr; international wird die Versorgung gerade für diese Gruppe überarbeitet – siehe den Cass Review. Die Geschichte von Keira Bell, die die Tavistock-Klinik nach ihrer Detransition verklagte, ist auf ikbentrans.nl nachzulesen.

Kritische Perspektiven

Kritiker weisen auf den starken Anstieg der AFAB-Anmeldungen bei Genderkliniken hin. Dahinter steht wahrscheinlich eine Mischung verschiedener Faktoren: bereits länger bestehende Dysphorie, sozialer Einfluss durch Online-Medien sowie komorbide Problematiken (Autismus, Essstörungen, Depressionen). Eine einheitliche Erklärung gibt es nicht. Eine gründliche differentialdiagnostische Abwägung ist entscheidend; medizinische Schritte dürfen nicht so aus der Identität folgen, als handele es sich um eine logische Schlussfolgerung.

Quellen

  • Coleman, E. et al. (2022). WPATH Standards of Care, Version 8. DOI
  • Cass, Hilary (2024). Independent Review of Gender Identity Services for Children and Young People. NHS England. Tekst
  • Littman, L. (2018). "Parent reports of adolescents and young adults perceived to show signs of a rapid onset of gender dysphoria." PLOS ONE, 13(8). DOI
  • Kaltiala, R. et al. (2015). "Two years of gender identity service for minors: overrepresentation of natal girls." Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health, 9. DOI
  • Vandenbussche, E. (2022). "Detransition-Related Needs and Support." Journal of Homosexuality, 69(9). DOI
  • Shrier, Abigail (2020). Irreversible Damage. Regnery.