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Steensma 2013 — Desistenz bei Kindern

Das VU medisch centrum an der De Boelelaan in Amsterdam
Foto: Michiel1972, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Steensma und Kollegen begleiteten in Amsterdam eine Kohorte von Kindern mit Geschlechtsdysphorie und veröffentlichten 2013 im Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry ihre Erkenntnisse zu den Faktoren, die vorhersagen, ob die Dysphorie zwischen Kindheit und Adoleszenz anhält (Persistence) oder verschwindet (Desistance).

Der Hauptartikel zu diesem Thema ist Desistance.

Forschung

Steensma und Kollegen begleiteten in Amsterdam eine Kohorte von Kindern mit Geschlechtsdysphorie und veröffentlichten 2013 im Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry ihre Erkenntnisse zu den Faktoren, die vorhersagen, ob die Dysphorie zwischen Kindheit und Adoleszenz anhält (Persistence) oder verschwindet (Desistance).

Wichtigste Erkenntnisse

Bei einer Mehrheit der untersuchten Kinder verschwand die Dysphorie um den Beginn der Pubertät. Zu den Faktoren, die mit einer Persistenz verbunden waren, gehörten unter anderem: die Intensität der Dysphorie, die soziale Transition in der Kindheit, das Alter bei der ersten Vorstellung sowie die kognitive und affektive Identifikation mit dem anderen Geschlecht.

Bedeutung für die Politik

Die Studie wird in politischen Debatten über die Gender-Versorgung von Jugendlichen häufig zitiert, unter anderem in der Cass Review. Sie unterstreicht, wie wichtig eine sorgfältige Differenzierung ist, wenn es darum geht, welche Kinder von einer medizinischen Intervention nach dem Dutch Protocol profitieren könnten. Welche Schritte Eltern und Jugendliche vor Beginn eines medizinischen Behandlungswegs unternehmen können, ist im Stufenplan von transkompas.nl beschrieben.

Zahlen

Die Forscher begleiteten 127 Jugendliche, die vor ihrem zwölften Lebensjahr in der Amsterdamer Genderklinik angemeldet worden waren. Bei 47 von ihnen hielt die Geschlechtsdysphorie in der Adoleszenz an; sie meldeten sich zur Behandlung erneut in der Klinik. Die anderen 80 taten dies nicht und wurden als Desister gezählt. Frühere Studien aus den Niederlanden und Kanada stellten ähnliche oder höhere Anteile von Kindern fest, bei denen die Dysphorie verschwand. Auch aktuelle deutsche Versicherungsdaten weisen auf eine geringe Diagnosestabilität bei Jugendlichen hin.

Kritik an der Zählweise

Eine von Julia Temple Newhook geleitete Forschergruppe kritisierte 2018 die Desistance-Studien. Kinder, die nicht in die Klinik zurückkehrten, wurden als Desister gezählt, obwohl bei nicht allen bekannt war, wie es ihnen erging. Außerdem waren die diagnostischen Kriterien damals weiter gefasst als heute. Kenneth Zucker erwiderte, dass das Bild auch dann bestehen bleibt, wenn nur die Kinder berücksichtigt werden, deren Ergebnis bekannt ist. Siehe dazu auch Watchful Waiting.

Häufig gestellte Fragen

Quellen

Steensma, T.D., McGuire, J.K., Kreukels, B.P.C., et al. (2013). Factors Associated With Desistence and Persistence of Childhood Gender Dysphoria. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 52(6), 582–590. doi:10.1016/j.jaac.2013.03.016

Cass, H. (2024). Independent Review of Gender Identity Services for Children and Young People: Final Report. cass.independent-review.uk